Der CoolTourist will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts)

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Doppelter Jackson

Zweimal Neuigkeiten von oder über Jackson Browne. Während der südkalifornische Singer/Songwriter mit seinem neuesten Studio-Album "Standing In The Breach" einen künstlerischen Höhenflug schafft, gerät das in Austin/Texas produzierte Tribute-Album "Looking Into You" zu einer gut gemeinten, aber doch recht gemischten Angelegenheit. Genauere Meinungen dazu unter Hör.Test.


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Hard-Rock fürs Seniorenheim

Foreigner unplugged 2014: Bruce Watson, Mick Jones, Kelly Hansen, Jeff Pilson, Tom Gimbel
Foreigner unplugged 2014: Bruce Watson, Mick Jones, Kelly Hansen, Jeff Pilson, Tom Gimbel

Für die einen sind sie der Soundtrack der 80er Jahre, für die anderen der klischeelastigste Schmuse-Hardrock aller Zeiten. Jedenfalls funktionieren "Cold As Ice" und "Waiting For A Girl Like You" auch im Sitzen und ohne bombastisches Drum-, Keyboard- und Gitarren-Gedonner. Großvater Mick Jones führte seine Rock-Enkel in die gediegene Nürnberger Meistersingerhalle und zelebrierte ein beschauliches Hit-Medley, das wohl auch im Seniorenheim keine Gehörschäden hervorruft. (Ausführliche Kritik unter Hör.Test)

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Neue Optik

Mit neuer Optik geht der CoolTourist in die Herbst-/Winter-Saison 2014. Kommentare erwünscht!

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Einladung zum Gruppensex?

Mit einer sprachlich gewagten Aktion wirbt der Landesbund für Vogelschutz Kreisgruppe Nürnberg seit Mitte Juli an mehreren Plakatwänden um neue Mitglieder. Auf der Website heißt es dazu:

"Machen Sie mit! Engagieren Sie sich für Ihre unmittelbare Umwelt in Nürnberg!

Gemeinsam können wir viel bewegen. Werden Sie Anwalt für die Natur in Nürnberg und Umgebung.

Werden Sie mit uns aktiv für die Nürnberger Stadtnatur. Ob im konkreten Arten- und Biotopschutz vor Ort oder auf politischem Weg. Geben Sie mit uns auf Veranstaltungen wertvolles Wissen an interessierte Bürgerinnen und Bürger weiter. Engagieren Sie sich für die Jugend und betreuen Sie mit uns Jugend- und Kindergruppen für eine Umweltbildung mit Zukunft."

 

Dürfen wir uns nun bald über die folgenden Nachfolge-Aktionen freuen?


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Von den Mühen des Polit-Talks

Der politisch interessierte Berlin-Tourist hat sich entschlossen, einmal hinter die Kulissen des Geflechts von Politik und Medien schauen zu wollen. Er hat rechtzeitig bei der Firma TV Ticket Service für den Preis von 13,50 € eine Eintrittskarte zum allsonntäglichen Polit-Talk mit Günther Jauch erworben - an die weitreichenden Folgen jedoch nicht gedacht.

Drei Tage vorher muss er seine Teilnahme bestätigen, sonst geht der bezahlte Sitzplatz im Gasometer verloren. Am fälligen Sonntag muss er drei Stunden vor Sendungsbeginn in der Schöneberger Industriewüste erscheinen, sich einer hochnotpeinlichen Körpervisitation unterziehen, dem Recht auf das eigenen Bild entsagen, sich anschließend in überhitzten Räumlichkeiten in der Kunst des Wartens üben und dabei den erwartungsfrohen Gesprächen der Mitbesucher über das Thema des Abends ("spannend") und die geladenen Talk-Gäste ("Schäuble kommt auch!") zuhören. Leicht verschwitzt wird er endlich über eine Flughafen-ähnliche Gangway in das architektonisch protzige Großraum-Studio geleitet und platziert. Ein Adlatus des großen Talk-Meisters begrüßt flapsig das Publikum und erklärt, was man darf (klatschen) und was nicht (winken, austreten). Sodann werden die Talk-Gäste zu ihren Sesseln geleitet, mikrofonisch abgeprüft und noch kurze Zeit ihren Gedanken überlassen. Sie könnten sich z. B. noch einmal einprägen, dass sie in den folgenden 60 Minuten etwa siebenmal zu Wort kommen werden und dabei auf schnelles Reden sowie irgendwelche längeren Zusammenhänge ("lassen Sie mich diesen Punkt noch machen!") achten sollten. Schließlich betritt Herr Jauch locker die ARD-Arena und eruiert in einem Small Talk, wer aus dem Publikum die weiteste Anreise hatte.

Ach ja, nun wird auch noch eine Stunde über das Thema des Tages geredet, bevor der gutwillige Galeriebesucher - ohne es zu wissen - weinend wieder in die Berliner Nacht entlassen ist. Am nächsten Tag hat er bis auf eine lustige Episode (ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo hat bei der EU-Parlamentswahl zweimal seine Stimme abgegeben) alles "Inhaltliche" vergessen.

 

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Gutes Rad ist teuer!

Wilhelm Raabe: Alte Nester

 

Was für eine Magie liegt selbst für die Erwachsenen in dem sich drehenden Rad! Fahren! … Ausfahren! Fahren durch einen frischen, sonnigen Sommermorgen in die weite, weite Welt hinein! Gibt es ein glückseligeres Fieber als das, was bei diesem Worte und dieser Vorstellung das Kind ergreift und ihm in erwartungsvoller Wonne fast den Atem benimmt?

 

Bertolt Brecht: Der Radwechsel

 

Ich sitze am Straßenrand.

Der Fahrer wechselt das Rad.

Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.

Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.

Warum sehe ich den Radwechsel

Mit Ungeduld?

 

Goethe, Faust I

… Ihr Instrumente freilich spottet mein

Mit Rad und Kämmen, Walz' und Bügel:

Ich stand am Tor, ihr solltet Schlüssel sein;

Zwar euer Bart ist kraus, doch hebt ihr nicht die Riegel.

Geheimnisvoll am lichten Tag

Lässt sich Natur des Schleiers nicht berauben,

Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,

Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben …

 

Goethe: Wanderers Sturmlied

… Wenn die Räder rasselten

Rad an Rad rasch ums Ziel weg,

Hoch flog

Siegdurchglühter

Jünglinge Peitschenknall

Und sich Staub wälzt'

Wie vom Gebirg herab

Kieselwetter ins Tal,

Glühte deine Seel …

 

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