Barbara Sukowa als "Hannah Arendt" in dem gleichnamigen Film von Margarethe v. Trotta
Barbara Sukowa als "Hannah Arendt" in dem gleichnamigen Film von Margarethe v. Trotta
"Aus Liebe" (Peter Turrini) am Staatstheater Nürnberg
"Aus Liebe" (Peter Turrini) am Staatstheater Nürnberg


Der CoolTourist will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts)

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Kinky in der Koffer


Auf drei Karriereschienen ist der kauzige Kinky Friedman (geboren am 31. Oktober 1944 in Chicago) derzeit unterwegs: zum einen schon seit 1971 als jüdischer Texas-Country-Sänger, zum anderen als Autor von vielgelesenen (Kriminal-)Romanen und schließlich als politisch engagierter Staatsbürger der Vereinigten Staaten, der auch schon für den Posten des Gouverneurs von Texas und zuletzt als Vorsitzender der Landwirtschaftskommission kandidiert hat.

Als Musiker hat er mit seinen ersten drei Alben für gehöriges Aufsehen gesorgt (Sold American - 1973, Kinky Friedman - 1974), Lasso From El Paso - 1976), weil er aber nicht bereit war, sich dem Nashville-Mainstream zu beugen und die Klischees dieses Genres zu bedienen, musste er als selbst ernannter „Frank Zappa der Country Music“ wieder in die zweite Reihe zurücktreten. In den 80er Jahren löste sich dann auch seine feste Band, die Texas Jewboys, auf und Kinky war mehr als Zigarren-rauchender, stets ein bisschen schräg gekleideter Solo-Künstler unterwegs - manchmal begleitet von seinem Keyboarder Little Jewford. Der kreative Output ließ nach, auf den folgenden CDs waren im Wesentlichen nur Kompilationen der alten Hits oder Live-Aufnahmen zu hören. Friedmans sarkastische Humor zieht aber immer noch, wenn er z. B. beklagt „They Ain‘t Makin Jews Like Jesus Anymore“ oder mit „Ride Em Jewboy“ gefährliches Terrain der jüdischen Vergangenheit betritt.

Die Musikkritikerin Ingeborg Schober schrieb 1977 in „sounds“ über das Album „Lasso From El Paso“:  „… so findet sich in der lan­gen Besetzungs­liste auf dem Camel-Zigaretten-Cover manch bekannte Größe: Eric Clapton, Ron Wood, die Band-Leute Rick Danko, Levon Helm und Richard Manuel, Dr. John, Roger McGuinn, Mick Ronson und Ringo Starr, was jedoch auf die Live-Auf­nahme des Stücks „Sold American“ zurückzuführen ist. Die ent­stand  nämlich während Bob Dylans Rolling Thunder Revue-Tournee. Friedman hat, bis auf vier Lieder, darunter Dylans ver­jazztes „Catfish“, Eigenkompositionen zusammengestellt, die Abwechslung bieten. Als Sänger zeigt sich Friedman  mal rau und bluesig, mal sanft und balladesk, mal bissig und spöttisch, als Country Hillbilly bei „Sold American“, als komische Nudel mit „Ahah The Arab“ und „Men‘s Room, L.A.“ und  verbannt damit  die Langeweile vor die Tür. Texas-Südstaaten-Rock, Bluesmelan­cholie, Trinidad-Fröhlichkeit, Kinderchor („Ol‘ Ben Lucas“) und Fiddle-Tänzchen, Nashville ist so nah. Der ungestüme Übermut, der hier aus den Rillen tönt, ist ansteckend, und das ist eine Warnung!“

Am 24. Februar 2015 spielt Kinky Friedman im Rahmen seiner Deutschland-Tournee in der Kofferfabrik Fürth. Wie sagte er doch bei einer US-Live Show im Jahre 2014: „Die Deutschen sind mein zweitliebstes Volk auf der Erde; an erster Stelle sind alle anderen!“


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Bad news: I ain't got the blues

Klaus Brandl Band live im Zeltnerschloss Nürnberg

Auch im proppenvollen Saal des Nürnberger Zeltnerschlosses stellte Klaus Brandl wieder einmal unter Beweis, dass er ein außergewöhnlich origineller Bluesmusiker und vielleicht die fränkische Antwort auf Tom Waits ist.


Ausführlicher unter Hör.Test


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Musik im Internet - Alternative zu iTunes, Amazon und Co.

Die alte Streitfrage, ob man Musik lieber auf CDs bzw. Vinyl-LPs oder als Download auf Festplatten, USB-Sticks u.ä. besitzen will, beantworten angeblich 75 % immer noch mit der Entscheidung für die „konven­tionellen“ Medien. Auch der Cooltourist gehört noch zu dieser OId-School-Fraktion, freut sich dabei über gut gestaltete und informationsreiche Digi-Packs. Da aber gerade unabhängige Künstler immer mehr dazu übergehen, ihre Musik nur noch als Audio-Datei zu verkaufen, ist der Blick über den tradierten Tel­lerrand unumgänglich. Wer nun nicht in die Fänge der Mega-Anbieter wie iTunes oder amazon geraten will, dem sei hier eine durchaus seriöse Adresse empfohlen (Link links oben!)

Den Machern dieser Seite geht es um „gute Musik, Qualität und Fairness“. Weil es jede Woche aufregende neue Musik zu entdecken gibt, aber diese sich nur schwer in den etablierten Download-Shops Gehör verschaffen kann, haben sie artistxite geschaffen. Was diese Plattform wirklich ausmacht, ist ein internationales Team aus Musikredakteuren, Musikern und DJs, die abseits des Mainstreams nach neuen Musikperlen suchen und diese tagtäglich vorstellen. Sie wollen nebenher keine Gartenstühle oder Kühlschränke verkaufen und den Kunden nicht mit Wer­bung belästigen. Weiterhin setzen sie sich dafür ein, dass Künstler für ihre Musik fair entlohnt werden. Mit den Registerkarten Home - Neuvorstellungen - Genres - Charts - Angebote - Specials - Blog kann man in das weite Feld eintreten.


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Mitarbeiter gesucht

Auch Nichtraucher sind aufgerufen!
Auch Nichtraucher sind aufgerufen!

Nachdem bereits einige Freunde des durchdachten geschriebenen Wortes vorgeprescht sind (herms, W. H., U. H., A. S.) möchten wir nun offiziell um freie Mitarbeiter für die Rubriken Hör.Test, Film.Kritik, Lese.Protokoll und Schau.Bühne werben. Jede Musik-Kritik, Filmkritik, Rezension und Theaterkritik ist willkommen, wenn sie in die stilistische Grundkonzeption der Seite passt. Als Honorar gibt es allerdings nur Ehre und weltweite Web-Aufmerksamkeit. Als Verantwortlicher behält sich der Cooltourist die redaktionelle Bearbeitung, bzw. Nichtberücksichtigung vor.


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Kurse des Glaubens

Ideologische Anlagetipps für 2015

Christentum (römisch-katholisch): trotz der Franziskus-Derivate (urbi@orbi.com) ein problematisches Investment mit geringer Zukunftsperspektive - ähnlich volatil (und bekloppt) wie Borussia-Dortmund-Aktien

 

Christentum (evangelisch-lutherisch): ein wenig risikoreiches, aber auch wenig ertragreiches Investment; nach der Käsmann-Baisse nur noch minderes Kurs-Potential, bestenfalls als Beimischung im Depot geeignet (vgl. Gold)

 

Esoterik: der multiple Mischfond hat durch den Schneeball-Effekt nach wie vor großes Entwicklungspotential; systemimmanent sind aber Ying- und Yang-Ausschläge; auf jeden Fall breit streuen und rechtzeitig aussteigen!

 

Finanz-Kapitalismus: für Spielertypen, Hochgeschwindigkeits-Surfer, Maschmeyer-Fans und Risiko-Theoretiker nach wie vor eine renditestarke Option; die Gefahr von Kollateralschäden muss allerdings ausgeblendet werden, sonst drohen nervliche Überanspannungen

 

Islam: „Was man nicht versteht, soll man nicht kaufen!“ (ein Bankberater der Commerzbank Bagdad); hoch spekulative Anlage mit plötzlicher IS-Crash-Gefahr; durch Öl-Milliarden jedoch noch relativ gut abgesichert

 

Marxismus-Leninismus: eine nostalgische Anlage für Menschen, die entweder in der Vergangenheit leben oder an Visionen leiden; derzeit höchstens im Giftschrank einer Bad Bank tauglich; in globalen Krisenzeiten ist jedoch eine überraschende Renaissance möglich

 

(Neo-)Nationalismus: „Was im 20. Jahrhundert funktioniert hat, kann auch im 21. Jahrhundert nicht ganz falsch sein“ (ein Bankberater der Deutschen Bank); aggressive Anlage mit zunehmend hoher Platzierung in den Euro-Stoxx; besonders viel versprechende Performance der PEGIDA-Anleihe (Dresdner Bank als Emittent!)


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Highlights 2014

Die Cooltourist-Jury hat sich für sieben Tage zur Klausur ins Salzkammergut zurückgezogen und nun die Kultur-Highlights des Jahres 2014 ausgewählt. Näheres siehe Bilder auf der Startseite und unter Archiv!


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