Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)

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Flüchtlinge in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur # 2



Rezensionen zu den obigen Romanen finden sich unter Lese.Protokoll


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BC&J from East Nashville

v.j.: Thomm Jutz, Peter Cooper, Eric Brace
v.j.: Thomm Jutz, Peter Cooper, Eric Brace

Sie sind mit leichtem Gepäck nach Deutschland gekommen: drei akustische Gitarren (2x Martin, 1x Epiphone) und drei Stimmen - mehr brauchen Eric Brace, Peter Cooper und Thomm Jutz nicht, um die Zuhörer auf eine faszinierende Reise in die Welt der modernen Country- und Folk-Music mitzunehmen. Auf Einladung der Country & Western-Freunde Koetz gastierten sie im Leipheimer Hotel zur Post.

Alle drei leben mittlerweile in Nashville (East), der unbestrittenen Hauptstadt dieser Musik. Doch das Trio serviert Songs - etwa zur Hälfte Eigenkompositionen - die fernab vom dumpfen Achy-Breaky-Heart-Klischee anzusiedeln sind. Mit subtilem Gitarrenspiel - allen voran Thomm Jutz als Solist - und perfekten Vokalharmonien zitierten sie große Namen wie Tom T. Hall, Guy Clark oder Emmylou Harris.

 

Ausführliche Konzertkritik und Exklusiv-Interview unter Hör.Test!


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Dekker: lekker!

Live: Melanie Dekker & Band ****

Nürnberg (Südpunkt), 16.11.2016

Alle Jahre wieder … zieht die nimmermüde Melanie Dekker ihre musikalischen Kreise durch Europa. Im Gepäck hat sie neben ihrer akustischen Gitarre und ihrem Banjo ein griffiges Repertoire von ohrwurmartigen Eigenkompositionen, die irgendwo zwischen Pop und Country anzusiedeln sind, dazu eine Live-CD (Aufnahmen aus dem Jahr 2014) mit dem sprach-spielerischen Titel „Lekker, eh“.


Zu den Konzerten kommt ein treues, aber zahlenmäßiges leider kleines Publikum, das den Altersdurchschnitt auf der Bühne deutlich übersteigt. Dort unterstützen zwei sehr solide Musiker die umtriebige und stets hoch-präsente Kanadierin aus Vancouver: der Uralt-Freund Eric Reed an Gitarre und Mandoline sowie der Spanier aus Aachen, Yeray Diaz Hurtado am Bass. In diesem durchsichtigen Arrangement kommt Melanie Dekkers Stimme voll zur Geltung, der Einbau von Harmoniegesang hätte aber ruhig noch öfter stattfinden können. Man wünscht der sympathischen Singer-Songwriterin ein größeres Publikum, genießt aber auch gerne die intime Club-Atmosphäre und den ungetrübten Blick auf eine stimmige Bühnen-Performance. Dann also bis nächstes Jahr!

http://www.melaniedekker.com/


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Multimedialer Volksgerichtshof

Seit gut einem Jahr ist die Bevölkerung aufgerufen zu urteilen, ob der Angeklagte, der Bundeswehr-Major Lars Koch, schuldig oder nicht schuldig ist. Er hat ohne ausdrücklichen Befehl ein von Terroristen gekapertes Flugzeug abgeschossen, das in die volle Münchner Allianz-Arena während eines Fußball-Länderspieles Deutschland - England gesteuert werden sollte. Er wird deswegen angeklagt, "über der Ortschaft Oberappersdorf am 26. Mai 2013 mit gemeingefährlichen Mitteln 164 Menschen getötet zu haben". Drei (oder vier?) Möglichkeiten gibt es, sich mit dieser von Ferdinand von Schirach aufgeworfenen Rechtsfrage zu beschäftigen.


btb Verlag (München 2016), 164 Seiten; 10,00 €

+ man kann die Verhandlung lesen, wann man will

+ man erhält noch eine Rede (ca. 15 Seiten) von von Schirach anlässlich einer Preisverleihung an die französische Zeitschrift Charlie Hebo

+ man muss kein eigenes Urteil fällen und kann beide Urteilsbegründungen (schuldig oder nicht schuldig) auf sich einwirken lassen

- merkwürdiges Umschlags-Schlusswort vom Autor

Am 17. Oktober 2016 wurde die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks mit Burghart Klaußner als Richter, Florian David Fitz als Angeklagter, Martina Gedeck als Staatsanwältin und Lars Eidinger als Verteidiger um 20.15 Uhr im ARD (zeitgleich auch im ORF und im Schweizer Fernsehen) ausgestrahlt. Im Anschluss an die Schlussplädoyers des Staatsanwältin und des Verteidigers war allerdings nicht das Gericht, sondern der Zuschauer aufgefordert, in einer multimedialen Abstimmung zu urteilen.

+ kostenlos

+ man kann alles vom Sofa aus erledigen

+ man braucht das Buch nicht zu lesen

 

- hinterher war noch eine Diskussion mit Frank Plassberg

Szenenfoto von der Aufführung am Staatstheater Nürnberg: Marco Steeger als Major Koch, Heimo Essl als Richter
Szenenfoto von der Aufführung am Staatstheater Nürnberg: Marco Steeger als Major Koch, Heimo Essl als Richter

seit dem 3.10.2015 (Uraufführung am Deutschen Theater, Berlin und im Schauspiel, Frankfurt) wird das Stück an vielen Bühnen (auch außerhalb Deutschlands, z. B. in Miami, USA und in Caracas, Venezuela) gespielt.

+ man kommt mal wieder aus den eigenen vier Wänden raus

+ es gibt eine Pause für die Abstimmung, bei der man was trinken kann

+ die eigene Stimme zählt bei nur ca. 130 Besuchern mehr als bei der TV-Ausstrahlung

 

- ein Terrorist kann im Publikum sitzen



... ach ja - da wäre noch eine vierte Möglichkeit: man liest das einschlägige Urteil des Bundesverfassungsgerichts:

http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2006/02/rs20060215_1bvr035705.html;jsessionid=98FE167212ADF55A74AB8BA83DAA0C50.2_cid393


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Littens Leidensweg

Mit einem ambitionierten Projekt startet das Nürnberger Schauspiel in die Spielzeit 2016/2017. Vor ca. zwei Jahren präsentierte der Autor Mark Hayhurst das Doku-Drama über den deutschen Rechtsanwalt Hans Litten zuerst auf der kleinen Bühne in Chichester und dann auf der großen Bühne in London. Seine Hauptquelle war dabei das Buch von Littens Mutter Irmgard aus dem Jahre 1940: „A Mother Fights Hitler“. Diese selbstbewusste schwäbische Pietistin kämpfte nach der Verhaftung ihres Sohnes am 28.2.1933 bis zu dessen Selbstmord im KZ Dachau (am 5.2.1938) um seine Freilassung - immer im Glauben an die Noch-Existenz rechtstaatlicher Strukturen im NS-Staat. Das Besondere an der Nürnberger deutschsprachigen Erstaufführung (in der Übersetzung von Michael Raab) ist die Tatsache, dass das langjährige Ensemblemitglied Patricia Litten die Enkelin von Irmgard Litten ist, sich mit dem politisch-moralischen Kampf ihrer Großmutter ausführlich beschäftigt hat und nun auf der Bühne des Schauspielhauses in ihre Rolle schlüpft.

Ausführliche Kritik unter Schau.Bühne


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Sleepless in Seattle

Mit ihrer vierten Studio-CD "Tree"

etabliert sich Anna Elizabeth Laube

endgültig als profiliertes Multi-Talent

im Americana-Sound.

 

Ausführliche CD-Kritik auf Hör.Test


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