Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Hetzjagd auf den Gesellschaftskritiker

Miroslav Krleža: Ohne mich (Roman, 1938) 

 

Miroslav Krleža (1893 - 1981) gehört zu den bedeutendsten jugoslawisch/kroatischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Aus einer dezidiert undogmatischen linken Perspektive beobachtete er von seinem Wohnsaitz in Zagreb (Agram) die wechselhafte Geschichte des Landes zwischen Königsherrschaft, parlamentarischem Verfassungsstaat, faschistischem Ustascha-Regime und Tito-Sozialismus. In deutschen Übersetzungen sind nur noch der Roman „Die Rückkehr des Filip Latinovicz“ (1932) und die gesammelten Erzählungen „Der kroatische Gott Mars“ (1922) erhältlich. Sein griffigstes literarisches Werk ist aber der Roman „Ohne mich“, eine scharfsinnige Kritik der bürgerlichen Gesellschaft („Zylinderträger“) und der kapitalistischen Käuflichkeit. Dieser aber ist nur noch antiquarisch erhältlich ...

 

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Sehnsuchtsort Afrika

Erik D. Schulz: Der Weizen gedeiht im Süden (Roman)

 

Der schriftstellernde Allgemeinmediziner Erik D. Schulz aus Berlin reiht sich nach drei Jugendbüchern mit seinem aktuellen Roman in die literarische Tradition der Dystopiker ein. Sein fiktionaler Ansatz ist die Welt nach einem Atomkrieg - hier zwischen der USA und China. Eine größere Gruppe von (zahlungskräftigen?) Menschen hat sich in den Felsbunker einer privaten Sicherheitsfirma am Pischahorn bei Davos zurückgezogen, um dort das Überleben zu organisieren, bis die Erde wieder bewohnbar ist. Momentan liegt Europa bei 25 Grad minus „begraben unter Schutt, Asche und Eis“ ...

 

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Spitzenreiter in der Southern-Rock-Liga

Blackberry Smoke: Find A Light

 

Es gibt sie noch, die bewahrende Kraft in unserer schnelllebigen Welt. Zum Beispiel die Band Blackberry Smoke: gegründet im Jahr 2000 in Atlanta, Georgia, spielen sie seitdem in quasi unveränderter Formation, haben an ihrem Southern Rock Sound nur dezente Nuancen, an ihrem Langhaar-Outfit gar nichts verändert und legen mit „Find A Light“ ihr sechstes Studio-Album vor. Dieses enthält wieder die bewährte Mischung aus stampfenden Rock-Krachern, halb-akustischen Country-Balladen und gitarrenlastigen Southern Rock-Hymnen ...

 

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Mansons musikalisches Glaubensbekenntnis

Jono Manson: Silver Moon   

 

Bei dem Nachnamen Manson denken viele zuerst an den berüchtigten Serienmörder Charles Manson, der am Ende der 1960er Jahre die sektenähnliche Manson-Familie an der amerikanischen Westküste gründete. Doch wir wollen von Erfreulichem reden, von dem Musiker Jono Manson, der bislang allerdings nicht auf dem Radar vieler europäischer Musikfreunde war. Dabei ist er schon weit über 40 Jahre im Geschäft und hat soeben seine zehnte CD mit dem Titel „Silver Moon“ veröffentlicht! Und die erweist sich spätestens nach dem zweiten Anhören als ein echtes Juwel, als ein wahrer Klassiker, der eigentlich viele Zuhörer verdient hätte. Und die naheliegende Frage lautet: warum ist dieser Kerl nicht berühmt geworden ...

 

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Leicht oder schwer?

Heinrich Steinfest: Der Chauffeur

 

Johann Wolfgang von Goethe definierte vordem die Novelle als „eine sich ereignete, unerhörte Begebenheit“. Somit fällt dieser Gattungsbegriff für die neue literarische Produktion von Heinrich Steinfest flach, denn der Autor stapelt geradezu unerhörte Begebenheiten, die in wenigen Jahren des Lebens seiner Hauptperson Paul Klee stattfinden. Der Roman (sic!) ist auch keine Künstlerbiografie, denn es war nur eine bildungsferne Laune des Vaters Klee, dass er seinem Sohn bei der Geburt 1974 den Vornamen Paul gab. Dafür werden aber die Gattungen Märchen, Krimi und ironisches Essay nicht ganz unfreiwillig gestreift ...

 

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Von Null auf 100 in 63 Jahren

Über das Briefwählen in Deutschland und anderswo

Als 1949 das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft trat, standen im Art. 38 Abs. 1 die bis heute gültigen fünf Wahlrechtsgrundsätze: „Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages wer­den in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt“.

Acht Jahre später wurde neben dem Urnengang die Möglichkeit der Briefwahl eingeräumt, gedacht als Ausnahme-Angebot für Kranke und Behinderte, Urlauber und Sonntagsarbeiter. Im Sinne der All­gemeinheit der Wahl wollte man diesen Personengruppen die Teilnahme erleichtern. Dazu musste aber ein Wahlschein beantragt und mussten glaubhafte Gründe vorgebracht werden ...

 

Ausführlicher Artikel und Interview mit Prof. Dr. Rolf Gröschner unter Polit.Büro

Prof. Dr. Rolf Gröschner
Prof. Dr. Rolf Gröschner


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