Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Virtuos im Kreis gedreht

Foto: Ruth Walz
Foto: Ruth Walz

Die Empörten

von Theresia Walser

 

 

Das ist die Crux von Auftragsarbeiten: man kauft die Katze im Sack, hofft auf Qualität der Namen und auf eine stimmige Vorbereitung. Im vorliegenden Fall sollte Theresia Walser ein Stück für die Salzburger Festspiele schreiben, das danach (= ab Januar 2020) noch am Schauspiel Stuttgart weiterverwertet werden kann. Das Ergebnis ist ein reichlich zähes Kammerspiel, das zwar gängige Problemfelder der Gegenwart anspricht, jedoch nie zu einem wirklich bedenkenswerten Theaterabend wird ...

 

Ausführliche Theaterkritik unter Schau.Bühne


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Georgs Geheymnis

Christiane Neudecker: Der Gott der Stadt

 

Nach der kleinen und wenig spektakulären "Sommernovelle" legt die in Nürnberg aufgewachsene Christiane Neudecker nun ihren zweiten autobiographisch eingefärbten Roman vor, der sich dank der Erzählfreude der Autorin zu einem opus magnum ausgewachsen hat. Beruhte die "Sommernovelle" auf den Erfahrungen der 16jährigen Schülerin bei einem Vogelschutz-Projekt auf Sylt, so ist der "Gott der Stadt" das literarische Extrakt der 21jährigen Regie-Studentin bei der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch im Berlin der Nachwendezeit ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll

 


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Das Scheitern des grünen Unternehmers

Burkhard Spinnen: Rückwind

 

Als Pageturner bezeichnet man in der Buch-Branche einen Roman, der eine derartige Sogkraft entwickelt, dass man am liebsten alles in einem Stück durchlesen würde. Burkhard Spinnens neues Werk "Rückwind" fällt durchaus in jene Kategorie, allerdings erkauft sich der Autor diese Qualität durch mehrfaches tiefes Eintauchen in die Sphären des Boulevards.

Denn die Paar-Geschichte vom Windkraftunternehmer Hartmut Trössner und der sehr erfolgreichen Schauspielerin Charlotte Wendler, die wohl auch nicht ohne Absicht dem realen Rollenmodell Maschmeyer & Ferres oder Maas & Wörner folgt, hat in ihrer tragischen Zuspitzung das Potential für mindestens fünf BILD-Titelseiten ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll


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Das Große im Kleinen

Tommie Goerz: Stammtisch

 

Der achte Einsatz des Nürnberger Kommissars Friedo Behütuns mit jeweils zweisilbigem Buchtitel zielt auf die beiden Top-Themen der politischen Diskussion seit 2015: Flüchtlingskrise und Klimakrise. Autor Tommie Goerz (alias Dr. Marius Kliesch aus Erlangen) verortet den aktuellen Kriminalfall in den realen Hitze-Sommer 2018 und in ein fiktives Hybrid-Kaff aus der Fränkischen Schweiz: Waischmannstein (gleich neben Eberweinfeld gelegen?).

Zwei afghanische Flüchtlinge sind kurz vor ihrer Abschiebung aus dem Ankerzentrum Bamberg geflohen und werden dann in W. gesichtet. Dort kommt es Anfang August zu einem Unwetter mit Starkregen, das den Pegelstand der Wiesent gewaltig anschwellen lässt und zwei Todesopfer fordert: eine holländische Wohmobilistin vom Campingplatz und die einheimische Gunda Pinzberger, die in einem verschlammten Gebüsch gefunden wird ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll

 


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Simple Man plays simple songs

Graham Nash Live

Serenadenhof, Nürnberg (30.7.2019)

 

Rechtzeitig zum 50jährigen Geburtstag des Woodstock-Festivals rückt mit Crosby, Stills, Nash & Young eine Band wieder in den Fokus, die den Sound dieser Epoche entscheidend mitgeprägt hat. Leider sind die vier Herren derzeit nicht ziemlich beste Freunde, sodass man sich mit Solo-Auftritten begnügen muss.

Während Neil Young nach wie vor den ewig jungen Anarcho-Hippie gibt, David Crosby als exzentrischer Songbastler unterwegs ist und Stephen Stills seine alte Freundschaft mit Judy Collins pflegt, sieht sich Graham Nash als simple man, der simple songs vorträgt. Im ausverkauften Serenadenhof bewies er allerdings, dass man auch mit einfachen Dingen einen magischen Sommerabend gestalten kann. Die Nostalgie-getränkte Best-Of-Show hatte nur einen Nachteil: dass sie zu schnell vorbei war ...

 

Ausführliche Konzertkritik unter Hör.Test


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Die besondere Art des Aneinander-Vorbei-Redens

Georg Schmiedleitner über seine Regie- und Leseerfahrungen

mit dem Autor Ödön von Horváth

 

Welche Stationen der Begegnung / Auseinandersetzung mit Ödön von Horváth (als Leser, als Besucher von Theateraufführungen, als verantwortlicher Regisseur) fallen Ihnen ein?

Meine erste Begegnung als junger Regisseur fand am Anfang der 1990er Jahre in Linz statt. Damals arbeiteten wir an Horváths Frühwerk „Mord in der Mohrengasse“ und brachten eine sehr experimentelle Inszenierung auf die Bühne. Seitdem habe ich bei Horváths bekannten Volksstücken etwa neunmal Regie geführt, z. B. bei den Salzburger Festspielen, im Wiener Volkstheater oder im Nürnberger Staatstheater ...

 

Vollständiges Interview unter Schau.Bühne


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