Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Trutzburg der Neuen Rechten

Jörg-Uwe Albig: Zornfried

 

Die echte Burg Rothenfels liegt idyllisch zwischen Lohr und Marktheidenfeld oberhalb des Mains. Sie beherbergt ein christliches Bildungshaus mit umfangreichem Programmangebot. Die fiktive Burg Zornfried versteckt sich unweit davon im dichten Spessartwald und ist der Schauplatz des neuen Romans von Jörg-Uwe Albig.

Der dubiose Freiherr Hartmut von Schierling, ein aristokratisch orientierter Ideologe mit mittlerem Sayn-Wittgenstein-Faktor, hat die historische Liegenschaft erworben und dort einen Kultur-Treffpunkt für die Neue Rechte etabliert ...

 

Ausführliche Rezension und Interview mit dem Autor unter Lese.Protokoll


0 Kommentare

Mondlandung im Bett der Nachbarstochter

Ulrich Woelk: Der Sommer meiner Mutter

 

Nachdem zur 50. Wiederkehr des Jahres 1968 schon alles gesagt wurde (aber noch nicht von allen?), hat sich der gelernte Astrophysiker Ulrich Woelk zielgenau daran erinnert, dass heuer vor fünfzig Jahren (genauer gesagt am 20. Juli 1969) die erste Mondlandung stattgefunden hat. Was für Neil Armstrong ein kleiner Schritt war, ist für den elfjährigen Tobias Ahrens, die erzählende Hauptperson seines neuen Romans, ein besonderes Erlebnis der doppelten Art ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll


0 Kommentare

Der aufhaltsame Abstieg des Freddie M.

Bohemian Rhapsody (UK/USA 2018)

 

Schon vor über zehn Jahren gab es den naheliegenden Plan das Leben von Freddie Mercury, dem Sänger der Band „Queen“ zu verfilmen. Die Hauptperson - gestorben 1991 - konnte an diesem Projekt nicht mehr mitwirken, aber viele andere Akteure, besonders die beiden noch aktiven Queen-Musiker, Brian May und Roger Taylor, machten ihre Interessen geltend - und so ist das Endprodukt eine kantenfreie Band-Biografie, die zwar mit einem satten Soundtrack überzeugt, als filmisches Werk jedoch eher im Konventionellen verharrt ...

 

Ausführliche Filmkritik unter Film.Kritik


0 Kommentare

Newton als Opfer der Schwerkraft

Foto: Konrad Fersterer
Foto: Konrad Fersterer

Lazarus

von David Bowie und Enda Walsh

 

Vor drei Jahren hat sich David Bowie von dieser Welt verabschiedet. Seine letzten künstlerischen Lebenszeichen waren das Album „Black Star“ mit der Single „Lazarus“ und einem dazu gehörigen vieldeutigen Video-Clip. In Zusammenarbeit mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh konzipierte er das szenische Projekt „Lazarus“, das man Musical nennen soll - aber nicht muss. Nürnberg ist nun nach Düsseldorf, Hamburg und Bremen die vierte Aufführungs-Station der deutschen Textfassung ...

 

Ausführliche Theaterkritik unter Schau.Bühne


0 Kommentare

Frau hat alles unter Kontrolle

Vicky Emerson: Steady Heart

 

Nicht erst seit Harvey Weinstein und der #MeToo-Debatte weiß man einiges über die schwierige Rolle von Frauen im Show-Business. Schon Tina Turner, Janis Joplin oder Aretha Franklin hätten davon erzählen können. Die weitaus weniger bekannte Vicky Emerson aus Minneapolis sieht sich in der Tradition von selbstbewussten Singer / Songwriterinnen, die einen Wechsel in den Geschlechter-Mechanismen der Musik-Industrie herbeiführen wollen. Ihre Konsequenz: sie hat ihr neuestes Album „Steady Heart“ selbst produziert und alle Arbeitsabläufe vom Studio bis zum Mastering unter Kontrolle gehalten ...

 

Ausführliche CD-Kritik unter Hör.Test


0 Kommentare

Durcheinander im Dschungelcamp

Ned Beauman: Warum der Wahnsinn einer Niederlage vorzuziehen ist

 

Der Titel des Roman ist nicht nur ein Hinweis auf die Grundproblematik der handelnden Personen sondern auch eine verschlüsselte Botschaft an den Leser: Warum der Wahnsinn - also das Sich-Einlassen auf die höchst verwickelten Erzählstränge und auf das opulente Personen-Tableau - einer Niederlage - also dem Abbruch der Lektüre etwa auf Seite 234 - vorzuziehen ist. Schon die einleitende Episode aus dem New York des Jahres 1938 könnte symbolisch für die Situation des geneigten Lesers stehen. In einem großen Wasserbassin findet ein Ringkampf zwischen einem Menschen und einem achtarmigen Oktopus statt; die Zuschauer dürfen wetten, wie lange der Taucher braucht, um sich den Fangarmen zu entziehen und den Tintenfisch aus dem Becken zu drücken. Erzähler der verschlungenen Geschichte, die sich über etwa 20 Jahre hinzieht, ist der CIA-Angestellte Zonulet, der 1959 eine Art Enthüllungs-Bericht für seinen Arbeitgeber verfasst. Bei der Lektüre kritisiert die Journalistin Vansaska seinen Stil: zu viele Ausschmückungen, zu viele Vergleiche, zu lang, kein Personenregister ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll


0 Kommentare