Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Rückblick auf Manhattan

Manhattan (USA 1979)

Regie und Drehbuch: Woody Allen

 

Wenn man diesen Film nach 42 Jahren wieder anschaut, stellen sich etwa drei Fragen: Ist das der Prototyp des Woody-Allen-Films schlechthin? Gehört auch Woody Allen zu der Liste der überschätztesten Kreativen aller Zeiten (diese „Liste“ ist ja Inhalt eines Dialogs zwischen Mary (Diane Keaton) und Isaac (Woody Allen) auf den Straßen von New York)? Sieht man diesen Film nach #MeToo, nach dem Weinstein-Kasus und nach den Beschuldigungen gegen Woody Allen mit anderen Augen ...

 

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Herr K. als neuer Jedermann

Martin Mosebach: Krass (Roman)

 

Ey krass, Alder! Dieser Herr K. ist tatsächlich ein kompletter Kotzbrocken, ein „furchterregender Chef“, „verrückt oder zynisch“, einer, der glaubt alles - auch Menschen - kaufen und erobern zu können. Am Ende ist er aber doch nur ein Wiedergänger des Jedermann-Motivs vom Leben und Sterben des reichen Mannes, ein Prototyp der Selbstverherrlichung, der schließlich namenlos auf einem Friedhof in Kairo verscharrt wird. Soweit der interessante Kern des neuen Romans von Martin Mosebach, der leider über weite Strecken von der Plauder- und Exkurs-Sucht des Autors, von seinem Streben nach sprachlichem Talmi, von seinem poetischen Manerismus verschüttet wird ...

 

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Biedermeier und die Brandstifter

Foto: Konrad Fersterer
Foto: Konrad Fersterer

"Isola" von Philipp Löhle

YouTube-Premiere am 26.2.2021

 

Die Ursache für die Weltwirtschaftskrise 1929 war eine Überproduktionskrise. Etwas anders verhält es sich heute: die Corona-Pandemie bringt als Folge eine Überproduktionskrise mit sich. Brauereien müssen ihr Bier wegschütten, Wintermode modert an den Kleiderbügeln der Damen- und Herren-Konfektionshäuser und die Theater beklagen einen Premierenstau. Auch das Schauspielensemble des Staatstheaters Nürnberg war während der Lockdown-Phasen nicht untätig und sucht nun nach Wegen, fertige Produktionen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Dezember sollte „Isola“, geschrieben von dem Hausautor Philipp Löhle, als Uraufführung im Schauspielhaus starten, nun hat Sami Bill, der in Jan Philipp Glogers Inszenierung für die Video-Installationen verantwortlich ist, einen Theaterfilm gedreht, der - umsonst und zu Hause - seine YouTube-Premiere feierte ...

 

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Freiheit oder Gesundheit?

Juli Zeh: Corpus Delicti. Ein Prozess

 

 

Seit Januar 2020 ist Deutschlands öffentliche Diskussion beherrscht von dem Thema Corona. Eine zentrale Frage in diesem Zusammenhang lautet: Wie viele Grundrechte darf eine Regierung einschränken, um die Gesundheit der Bürger zu schützen? Bei diesem komplexen Abwägungsprozess hätte man eigentlich ein Theaterstück von Ferdinand von Schirach erwarten dürfen, vielleicht mit dem Titel „Virus“. Der Erfolgsautor hat sich aber mit einem schmalen Dialogbändchen begnügt. In „Trotzdem“ (Luchterhand Verlag) präsentiert er eine Unterhaltung, die er am 30.3.2020 in zwei Etappen mit Alexander Kluge geführt hat. Ein Bestseller wurde die bildungsbürgerliche Plauderei zwischen München und Berlin fast zwangsläufig, die inhaltliche Substanz blieb jedoch überschaubar.

Umso mehr lohnt es sich, den Blick auf die Pandemie mit dem vorliegenden Text von Juli Zeh zu unterfüttern: „Corpus Delicti“ erschien 2007 als Theatertext und erhielt 2009 eine Prosafassung ...

 

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Gesundheit oder Freiheit?

Corpus Delicti  von Juli Zeh

Live-Stream-Premiere (Online)

am Staatstheater Nürnberg (Schauspielhaus)

 

Bei George Orwells „1984“ ist die Sache eigentlich klar: der Roman ist eine Warnung vor den Machterhaltungs-Strategien oligarchisch strukturierter Diktaturen, vor Überwachung und Manipulation der Bevölkerung. Etwas schwieriger liest sich Juli Zehs Dystopie einer Gesundheits-Diktatur aus dem Jahr 2050. Im Kern ist "Corpus Delicti" ein unterhaltsamer Debattenbeitrag zu einer verfassungsrechtlichen Abwägungsfrage: was ist wichtiger - Gesundheit oder Freiheit? Der Roman war ursprünglich als Theaterstück konzipiert, das 2007 uraufgeführt wurde und nun, in den Zeiten der Corona-Pandemie, neue Aktualität gewonnen hat ...

 

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Der vergessene Dichter aus Würzburg

Katharina Rudolph: Rebell im Maßanzug

Leonhard Frank. Die Biographie

 

Wer war Leonhard Frank? Wenn man im Frankenland diese Blitzumfrage durchführen würde, ergäbe sich womöglich ein sehr ernüchterndes Ergebnis: nämlich dass der 1882 in Würzburg geborene Schriftsteller nicht nur 1933 ein „verb(r)annter Dichter“ war, sondern auch nach 1945 ein weitgehend vergessener Dichter wurde. Diesem Umstand will die Journalistin Katharina Rudolph entgegenwirken, die 2019 über das Leben Franks an der Universität Frankfurt promoviert und nun ihre Disserta­tion in nur geringfügig veränderter Form (das heißt mit Fußnoten und bibliografi­schem Anhang) beim Aufbau-Verlag veröffentlicht hat. Der Untertitel „Die Biographie“ ist dabei keine Anmaßung, denn es ist tatsächlich - fast 60 Jahre nach dessen Tod - die einzige umfassende Nachverfolgung seines Lebens, Liebens und Schreibens ...

 

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