Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Gereifte Freundschaft

Stills & Collins: Everybody Knows

 

Es war einmal vor ziemlich genau 50 Jahren, da begehrte der junge, schöne Stephen Stills die Folk-Prinzessin Judy Collins so sehr, dass er alle Hebel in Bewegung setzte, um in ihrer Nähe zu sein und sie zu erobern. Das gelang auch insoweit, als er im New Yorker Studio an ihrem Album „Who Knows Where The Time Goes“ als Gitarrist mitarbeiten durfte. Seine Liebe ging so weit, dass er sich zusätzlich noch eines Nachts nur mit einem Tontechniker einsperrte und ganz allein die Songs „Suite: Judy Blues Eyes“, „Judy“ und „Helplessly Hoping“ einspielte (nachzuhören auf der 2007 erschienenen CD „Just Roll Tape“). Leider fand die Romanze kein Happy End, da die Folk-Prinzessin damals mit vielerlei Problemen zu kämpfen hatte und zu einer festen Beziehung nicht bereit war ...

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Big In San Bernadino

Rick Shea & The Losin’ End: The Town Where I Live

 

Seit gut dreißig Jahren ist Rick Shea als musikalischer Dienstleister in Sachen Country Rock in Südkalifornien unterwegs und dabei dem Motto treu geblieben: besser big in San Bernadino als eine kleine Nummer in Nashville. So legt er nun sein (hoffentlich richtig gezählt) neuntes Studio-Album vor, das wiederum einen feinen Mix aus geradlinigem Country Roots-Rock mit Tex-Mex- und Folk-Blues-Einflüssen enthält.

Im Mittelpunkt steht er zu Recht selber als Komponist von neun der zehn Titel, als markanter Sänger mit dem typischen Country-Kick in der Stimme und als versierter Arbeiter an verschiedenen Saiteninstrumenten ...

 

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Cooltourist-Highlights 2017

Hör.Test

Lese.Protokoll



Schau.Bühne

Kasimir und Karoline im Staatstheater Nürnberg
Kasimir und Karoline im Staatstheater Nürnberg

Film.Kritik



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Liebe reicht nicht?

Die Wiedervereinigung der beiden Koreas

von Joël Pommerat

 

Im Jahre 1960 stürmte Connie Francis mit dem Schlager „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ die Hitparaden - den deutschen Text schrieb übrigens ein gewisser Ralph Maria Siegel. Dasselbe Grundthema muss wohl der französische Autor und Regisseur Joel Pommerat verfolgt haben, als er 2013 mit seiner Schauspieler-Compagnie das Stück „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ erarbeitet und in Paris uraufgeführt hat. Herausgekommen sind 19 Kurz-Szenen mit wechselnden oft anonymisierten Personen („Ein Mann. Eine Frau“), die jenen zwischenmenschlichen Aggregatszustand, den man landläufig Liebe nennt, aus sehr unterschiedlichen Perspektiven beleuchten ...

 

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Neil "Forever" Young

Neil Young & Promise Of The Real : The Visitor 

 

Wenn der Opa weihevoll seine leicht brüchige Stimme erhebt, dann lauschen die Enkel andächtig. So etwa kann man sich die Kommunikationssituation vorstellen, die Neil Young mit seinem rechtzeitig vor Weihnachten erschienenen neuen Album „The Visitor“ konstruiert.

 

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Viel kann vermeiden Vernunft!?

Biedermann und die Brandstifter

Staatstheater Nürnberg (Kammerspiele)

 

Es ist was faul im Hause Biedermann. Denn der gute Bürger und Haarwasser-Fabrikant Gottlieb B. hat zwar die Kaltschnäuzigkeit, seinen Angestellten Knechtling zu entlassen (und damit in den Selbstmord zu treiben), gegenüber den Hausierern Schmitz und Eisenring ist er aber auf dem rechten (oder linken) Auge blind und gewährt als Gutmensch den Zuflucht Suchenden Wohnraum in seinem Dachboden, obwohl überall vor Brandstiftern gewarnt wird. Schon bei der Uraufführung 1958 des "Lehrstücks ohne Lehre" - so untertitelte Max Frisch ganz antibrechtisch - wurden zwei doch mögliche Lehren artikuliert: wollte Frisch das Arrangement des Großbürgertums mit dem Hitlerfaschismus ab 1930 kritisch beleuchten oder wollte er die kommunistische Machtergreifung 1948 in Tschechoslowakei analysieren? Dass aber auch 2017 die Botschaft noch hörbar und verstehbar ist, kann Christoph Mehler in seiner präzisen und eindringlichen Nürnberger Inszenierung nachweisen.

 

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