Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Das Große im Kleinen

Tommie Goerz: Stammtisch

 

Der achte Einsatz des Nürnberger Kommissars Friedo Behütuns mit jeweils zweisilbigem Buchtitel zielt auf die beiden Top-Themen der politischen Diskussion seit 2015: Flüchtlingskrise und Klimakrise. Autor Tommie Goerz (alias Dr. Marius Kliesch aus Erlangen) verortet den aktuellen Kriminalfall in den realen Hitze-Sommer 2018 und in ein fiktives Hybrid-Kaff aus der Fränkischen Schweiz: Waischmannstein (gleich neben Eberweinfeld gelegen?).

Zwei afghanische Flüchtlinge sind kurz vor ihrer Abschiebung aus dem Ankerzentrum Bamberg geflohen und werden dann in W. gesichtet. Dort kommt es Anfang August zu einem Unwetter mit Starkregen, das den Pegelstand der Wiesent gewaltig anschwellen lässt und zwei Todesopfer fordert: eine holländische Wohmobilistin vom Campingplatz und die einheimische Gunda Pinzberger, die in einem verschlammten Gebüsch gefunden wird ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll

 


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Simple Man plays simple songs

Graham Nash Live

Serenadenhof, Nürnberg (30.7.2019)

 

Rechtzeitig zum 50jährigen Geburtstag des Woodstock-Festivals rückt mit Crosby, Stills, Nash & Young eine Band wieder in den Fokus, die den Sound dieser Epoche entscheidend mitgeprägt hat. Leider sind die vier Herren derzeit nicht ziemlich beste Freunde, sodass man sich mit Solo-Auftritten begnügen muss.

Während Neil Young nach wie vor den ewig jungen Anarcho-Hippie gibt, David Crosby als exzentrischer Songbastler unterwegs ist und Stephen Stills seine alte Freundschaft mit Judy Collins pflegt, sieht sich Graham Nash als simple man, der simple songs vorträgt. Im ausverkauften Serenadenhof bewies er allerdings, dass man auch mit einfachen Dingen einen magischen Sommerabend gestalten kann. Die Nostalgie-getränkte Best-Of-Show hatte nur einen Nachteil: dass sie zu schnell vorbei war ...

 

Ausführliche Konzertkritik unter Hör.Test


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Die besondere Art des Aneinander-Vorbei-Redens

Georg Schmiedleitner über seine Regie- und Leseerfahrungen

mit dem Autor Ödön von Horváth

 

Welche Stationen der Begegnung / Auseinandersetzung mit Ödön von Horváth (als Leser, als Besucher von Theateraufführungen, als verantwortlicher Regisseur) fallen Ihnen ein?

Meine erste Begegnung als junger Regisseur fand am Anfang der 1990er Jahre in Linz statt. Damals arbeiteten wir an Horváths Frühwerk „Mord in der Mohrengasse“ und brachten eine sehr experimentelle Inszenierung auf die Bühne. Seitdem habe ich bei Horváths bekannten Volksstücken etwa neunmal Regie geführt, z. B. bei den Salzburger Festspielen, im Wiener Volkstheater oder im Nürnberger Staatstheater ...

 

Vollständiges Interview unter Schau.Bühne


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Zu schön, um wahr zu sein?

Martin Horváth: Mein Name ist Judith

 

Dass man sich mit der literarischen Bearbeitung von jüdischen Schicksalen auf vermintes Gelände begibt, haben schon so manche Autoren feststellen müssen: Edgar Hilsenrath wagte es 1977 mit „Der Nazi & der Friseur“ eine Satire über Juden und die SS zu schreiben. Martin Walser musste sich anlässlich seines Schlüsselromans „Tod eines Kritikers“ Antisemitismus-Vorwürfe gefallen lassen. Und ganz aktuell erlebt der Bestseller-Schreiber Tarkis Würger mit seinem Porträt der jüdischen Denunziuantion Stella Goldschlag eine höchst polarisierte Rezeption. Davor muss Martin Horváth - zumindest in politischer Hinsicht - keine Angst haben, denn er befindet sich, sowohl was die Vergangenheit als auch die Gegenwart betrifft, auf der sicheren Seite ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll


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Wohlklang und Vierklang

Venice: Jacaranda Street 

 

Das verwandtschaftlich verknüpfte Lennon-Quartett Mark, Kipp, Pat & Michael meldet sich mal wieder mit einem Bündel neuer Songs (auf ihrem - nach Expertenzählung - Album # 21), die etwas beweisen, was eingefleischte Venice-Fans schon seit Jahrzehnten wissen: dass die Band die Speerspitze des südkalifornischen Soft-Rock darstellt und mit mehrstimmigen Vokal-Arrangements Maßstäbe setzt. Diesmal könnte man fast glauben, sie wollten ein Little-River-Band-Tribute Album machen, was aber keine Kritik an mangelnder Eigenständigkeit bedeuten soll ...

 

Ausführliche CD-Kritik unter Hör.Test


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Ein Song kann die Welt ändern

Interview mit Graham Nash

30.4.2019

 

Wenn beim Lagerfeuer die Gitarre ausgepackt wird, kommt die Zeit für „Teach Your Children“; wenn ein verliebtes junges Paar das neue Eigenheim bezieht, streamt man zu diesem Anlass „Our House“. Und eine vernünftige Ostermarsch-Demo ist ohne „Military Madness“ eigentlich nur die Hälfte wert. Daraus kann man lernen, dass sich die hymnischen Songs von Graham Nash in das kollektive Gedächtnis einer Generation eingefräst haben. Der Engländer, der seit einiger Zeit in New York City lebt, war Teil des legendären Quartetts Crosby, Stills, Nash & Young und tritt am 30. Juli mit einem Soloprogramm im Nürnberger Serenadenhof auf. Am Telefon beantwortete er Fragen zu seiner musikalischen Geschichte und Gegenwart ...

 

Vollständiges Interview unter Hör.Test


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