Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Willkommen am See?

Norbert Gstrein: Die kommenden Jahre

 

Dem Vorwurf, die neue deutsche Literatur verweigere sich gesellschaftlichen Problemen und ergehe sich nur noch in schwer verständlicher Privatheit, kann mittlerweile mit zahlreichen Beispielen widersprochen werden. Gerade die aktuelle Flüchtlingsproblematik scheint viele Autoren zu literarischen Auseinandersetzungen zu reizen, so auch den in Hamburg lebenden Österreicher Norbert Gstrein in seinem soeben erschienen Roman "Die kommenden Jahre".

Interessanterweise steht dabei weniger das Schicksal der Geflüchteten als vielmehr die Selbstbefragung des aufgeklärten Bildungsbürgertums im Vordergrund: Wie gehen wir mit den Anforderungen einer gelebten Willkommenskultur praktisch um?

 

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Tableau vivant

Loving Vincent

 

Mit Kunst- oder Künstlerfilmen ist es so eine Sache: viele verbreiten vor lauter Seriosität oder Ehrfurcht bleierne Langeweile. Nicht so bei „Loving Vincent“ - hier ist zum einen der Inhalt durchaus spannend und dazu die Machart höchst überraschend ...

 

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Jugend ohne Gott

Peter Richter: 89/90

 

Der Journalist Peter Richter (Jahrgang 1974) war 1989 15 Jahre alt und lebte in Dresden. Der Ich-Erzähler ist 1989 15 Jahre alt und lebt in Dresden. Es benötigt also nicht viel Phantasie, um zu kombinieren, dass der vorliegende Roman eigentlich gar kein richtiger „Roman“ sondern eher eine autobiografische Erinnerung an zwei sehr entscheidende Jahre der deutsch-deutschen Geschichte ist. Wie groß nun der fiktionale Anteil dieser gut 400 Seiten ist, bleibt offen. Dies soll aber keine Kritik an einer ungenauen Gattungsbezeichnung sein, denn der „Roman“ erzählt uns - ungeachtet seines semi-dokumen­ta­rischen Charakters - auf höchst unterhaltsame Weise von der Kernzeit der Wende ...

 

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Bekennende "Problemlesbe"

Patricia Hempel: Metro Folklore

 

Unter dem Stichwort „Petrarkismus“ findet man in den einschlägigen Literatur-Lexika die Erläuterung, dies sei eine Stilform der Liebesdichtung, die den mittelalterlichen Minnesang ablöst und auf die Beeinflussung der europäischen Lyrik durch Petrarca zurückgeht. Der Mann ist dabei der klagende und wehleidige Sklave, der grausame Liebesqualen erleidet, sein Herz wird von Liebesglut verzehrt. Die Frau aber, zu der der Mann sich hingezogen fühlt, verhält sich ihm gegenüber kalt und grausam und beachtet ihn nicht. Ersetzt man in dieser Definition das Wort „der Mann“ durch „die Frau“, erhält man den Kern von Patricia Hempels erstem Roman „Metrofolklore“, in dem die Ich-Erzählerin, eine Studentin der Archäologie, „mit Würde unglücklich“ in die schöne Kommilitonin Helene verliebt ist ...

 

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Privater Rachefeldzug

Aus dem Nichts (D 2017) 

 

Seit 2013 läuft in München der Prozess gegen Beate Zschäpe, in dem die zehn NSU-Morde und die Sprengstoffanschläge juristisch aufgearbeitet werden sollen. Nun hat auch Regisseur Fatih Akin das Thema für sich entdeckt und zusammen mit Hark Bohm ein Drehbuch entwickelt, das deutlich auf ein Ereignis, nämlich das Nagelbomben-Attentat von Köln (2004) eingeht, die filmische Dramatik jedoch aus einem kompletten Perspektivenwechsel gewinnt ...

 

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Rostiges Riesenrad

Wonder Wheel (USA 2017)

 

Mit Woody-Allen-Filmen ist das so eine Sache: man geht aus Treue (und Interesse) in die alljährliche neue Produktion des mittlerweile 82jährigen. Doch seit einiger Zeit ist das Verlassen des Kinosaals eher mit gemischten Gefühlen (um es vorsichtig auszudrücken) verbunden. Mit „Wonder Wheel“ hat nun Woody A. leider einen neuen Tiefpunkt seiner Karriere als Drehbuch-Autor und Regisseur erreicht ...

 

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