Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Alles dreht sich!

"Pension Schöller" im Nürnberger Schauspielhaus

 

Die forsche These „Wahnsinn und Normalität - alles ein Frage der Perspektive“ lädt zu gesellschaftskritischen Reflexionen, aber auch zur Abfassung eines Schwanks für Schenkelklopfer ein. Laufs und Jacoby haben ihre „Pension Schöller“ als Zwischenwelt zwischen bürgerlichem Alltag und Irrenhaus konstruiert und damit seit der Uraufführung 1890 einen veritablen Bühnenhit gelandet.

Erfreulicherweise hat sich Bernadette Sonnenbichler für die Nürnberger Inszenierung zu einer inhaltlichen Entstaubung und zu einer kompromisslosen Modernisierung entschlossen, um dem alltäglichen Wahnsinn des 21. Jahrhunderts auf die Schliche zu kommen ...

 

Ausführliche Theaterkritik unter Schau.Bühne


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Letzter Tango in München?

Martin Walser: Ein sterbender Mann

 

Wenn ein 89jähriger Schriftsteller einen Roman mit dem Titel „Ein sterbender Mann“ vorlegt, dann darf man getrost vermuten, dass es sich um eine Art abschließendes Vermächtnis, um gewichtige letzte Worte handelt. Nicht so bei Martin Walser (Jahrgang 1927): denn der nimmermüde Autor hat mittlerweile schon kurz vor seinem 90. Geburtstag am 24. März 2017 ein weiteres Buch auf den Markt geworfen: „Statt etwas oder Der letzte Rank“. Blickt man acht Jahre zurück und nimmt Walsers Roman „Ein liebender Mann“ (2009) in die Hand, so hat man das Spektrum seines Spätwerks vor Augen. War es damals der 73jährige Goethe, der noch einmal das Abenteuer der Liebe mit einer 19jährigen (Ulrike von Levetzow) eingeht, so steht beim „sterbenden Mann“ der 72jährige Münchner Unternehmer Theo Schadt im Mittelpunkt, der gleich auf den ersten Seiten bekundet, dass er „am Ende“ ist.

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll


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Frühling für die Schul-Lektüre

Empfehlung für die nächste Schullektüre:

 

Jonas Lüschers Novelle "Frühling der Barbaren". Jetzt erschienen beim Buchner Verlag in der Reihe "Schulbibliothek der Moderne" (Text und Materialien)

http://www.ccbuchner.de/titel-25-25/jonas_luescher_fruehling_der_barbaren-4971/

Ein Schweizer Unternehmer trifft in einem luxuriösen Resort in der tunesischen Wüste auf ein junges englisches Paar, das dort  mit Freunden, Eltern und Verwandten die Hochzeit feiert. Sie können es sich leisten, denn sie sind alle erfolgreiche Investmentbanker aus London. Doch der Tag nach der Hochzeitsnacht bringt eine böse Überraschung: Das englische Finanzsystem bricht zusammen, der Premierminister verkündet den Staatsbankrott, viele englische Banken gehen pleite und entlassen in großer Zahl ihre Angestellten. Diese existenzielle Krise legt bei der Hochzeitsgesellschaft barbarische Wurzeln frei.
Der in München lebende Schweizer Autor Jonas Lüscher erzählt mit dieser spannenden Novelle, die 2013 erschienen ist, von den Folgen der Finanz- und Bankenkrise in Zeiten der Globalisierung.


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Nicht nur "The Voice"!

Rebecca Loebe: Blink     

 

Was bringt einem mehr musikalisches Profil: zehn Jahre live on the road oder die einmalige Teilnahme an der Casting-Show „The Voice“? Im Falle von Rebecca Loebe, die man in den USA „Low-Bee“ ausspricht, dürfte die Antwort klar ausfallen. Die beständige Überprüfung der eigenen Songs vor einem (manchmal sehr kleinen) Publikum ist viel ergiebiger als der Cover-Stimmtest vor dem TV-Publikum. Dies vor allem wenn man gedenkt, als Singer/Songwriterin und nicht als modische Nachsingerin wahrgenommen zu werden. Deshalb sollte uns auch nicht so sehr Rebeccas mittlerer Erfolg in der Fernseh-Show interessieren, sondern vielmehr ihr mittlerweile viertes (aus der eigenen Tasche finanziertes) Album, das soeben unter dem kurzen Titel „Blink“ auf den Markt gekommen ist.

 

Ausführliche CD-Kritik unter Hör.Test


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Souvenir aus East Nashville

Drew Holcomb And The Neighbors: Souvenir   *****

 

 In den ca. zehn Jahren seiner musikalischen Karriere hat Drew Holcomb sicherlich eine Menge an Erinnerungsstücken angesammelt - und bestimmt findet sich darunter nicht nur Angenehmes. Nun aber - so scheint es beim Anhören der neuen CD „Souvenir“ - hat er seine musikalische Mitte gefunden und präsentiert ein hervorragendes Album (nach meiner Zählweise der Studio-Produktionen ist es Nr. 7!?), das von starken Melodien, abwechslungsreichen Arrangements und einem ausgesprochenen Band-Feeling lebt.

 

Ausführliche CD-Kritik auf Hör.Test


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Tod in Venedig

"Dichtersgattin", der Roman von Mario Schlembach beginnt - wie so oft - mit dem Ende: mit einem Tod in Venedig. Bei dem 85jährigen Mann (!) namens Hubert schwinden im Österreich-Pavillon der Biennale die Lebenskräfte, und er beendet ein Leben, das einem fast manischen Begräbnis-Kult und dem Schweigen („Sprich nur dann, wenn du etwas Wertvolleres zu sagen hast als dein Schweigen“) gewidmet war ...

 

 Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll


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