Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Einfache Bewegung von A nach B

Eric Brace & Thomm Jutz: Simple Motion

auf Red Beet Records

 

Wer die zwei Trio-Alben von Eric Brace, Peter Cooper & Thomm Jutz („Profiles in Courage, Frailty and Discomfort” und „Riverland”) nicht in seiner Sammlung hat, hat leider eine Lücke - die sich aber nachträglich noch schließen lässt. Wer das Trio Brace, Cooper & Jutz einmal live gehört hat, hatte ein unvergessliches Erlebnis - das sich leider nicht mehr wiederholen lässt. Denn Peter Cooper starb - viel zu früh - im Dezember 2022 an einem Gehirntumor und hinterließ viele trauernde Freunde und Fans.

Jetzt haben sich Eric und Thomm aber entschlossen, die musikalische Tradition fortzusetzen und ganz im Sinne Peter Coopers ein neues Album zu produzieren ...

 

Ausführliche CD-Kritik unter Hör.Test


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Labor und Laubbläser

Foto: Nik Schölzel
Foto: Nik Schölzel

Dietrich Garstka: Das schweigende Klassenzimmer (UA)

Mainfranken Theater Würzburg (Probebühne)

Dauer: 1 Stunde und 15 Minuten, keine Pause

 

Am Anfang war das Ereignis: eine Abiturklasse mit fünf Mädchen und 15 Jungen in der ehemaligen DDR, genauer: in der 5000-Einwohner-Stadt Storkow (Mark Brandenburg), entschließt sich Ende Oktober 1956 während des Geschichtsunterrichts zweimal zu demonstrativen Schweigeminuten für den Befreiungskampf der Ungarn gegen die sowjetische Besatzungsmacht. Dietrich Garstka (verstorben 2018) war einer dieser Schüler (und bestimmt ein Mit-Initiator der provokanten Aktion), er hat die ganze Geschichte mit ihren Folgen dokumentiert und 2007 veröffentlicht ...

 

Ausführliche Theaterkritik unter Schau.Bühne

 


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Politiker als Witzfiguren

Der Beitrag der politischen Comedy zur Debattenkultur in Deutschland

 

Es wäre von demoskopischem Interesse, wenn sich einmal ein forscher empirischer Sozialforscher für das Politbarometer an den Saal-Ausgängen der großen TV-Karnevals-Veranstal­tungen in Mainz, Köln, Aachen und Veitshöchheim positionieren und die Maskierten mit einer Nach-Frage konfrontieren würde: „Sie haben etwa drei bis vier Stunden vielen politischen Faschingsreden gelauscht und sich dabei heftig auf die Schenkel geklopft. Welcher Partei würden Sie denn nun morgen Ihre Stimme geben?“ Bei der Antwort müsste sich eigentlich - auch für den Fernsehzuschauer - ein Dilemma ergeben, das dem äußerst fragwürdigen Status des heutigen „politischen“ Kabaretts geschuldet ist ...

 

Vollständiger Artikel unter Polit.Büro

 


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Eindeutige Lose-Lose-Situation

Felix Lobrecht: Sonne und Beton (Roman)

 

Die Liste der literarischen (und filmischen) Blicke auf das Sünden-Babylon Berlin lässt seit knapp 100 Jahren an drei höchst unterschiedlichen Texten illustrieren. Es beginnt mit Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ (1929), erlebt eine späte Fortsetzung in „Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (1968) und mündet vorläufig in Felix Lobrechts aktuelle Milieu-Studie „Sonne und Beton“ (mittlerweile auch schon von David Wnendt verfilmt). Die beiden letzten Titel haben natürlich keine Ambition, sich an dem großen Klassiker des modernen Romans zu messen, sind aber bei einer örtlichen Verlagerung nach Berlin Gropiusstadt (Neukölln) und einer deutlichen Verjüngung der Protagonisten aufschlussreiche und gleichzeitig traurig stimmende Perspektiven auf die Welt des jeweiligen Prekariats in der deutschen Metropole ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll

 


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Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Foto: Konrad Fersterer
Foto: Konrad Fersterer

Zum ersten Mal in der Geschichte des Berliner Theatertreffens seit 1963 wurde eine Produktion des Staatstheaters Nürnberg eingeladen!

 

ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM

Ein europäisches Abendmahl von Werner Schwab

in einer Fassung von Rieke Süßkow und Klaus Missbach

Regie: Rieke Süßkow

Premiere: 6.10.2023

 

Statement der Jury:

Gegen den Strich hat Regisseurin Rieke Süßkow Werner Schwabs 1991 erschienenes „Fäkaliendrama“ nicht gebürstet, im Gegenteil: Sie hat es genau gelesen und in seiner pubertär kichernden Obszönität mit beglückender Perfektion umgesetzt. Die Gastwirtschaft, in der eine Gruppe armseliger und gewalttätiger Stammgäste ein schönes Paar an Neuankömmlingen beneidet (und aufisst), ist in einem ekelhaft schmatzenden, schlürfenden Mund angesiedelt. Die Figuren, die sich halb aufgeblasene Sexpuppen angezogen haben, sind Zielscheiben einer Jahrmarktschießbude oder eines Spielautomaten. Sie bewegen sich mechanisch, wobei jede einzelne ihrer Bewegungen von einem Geräusch unterlegt wird. Erst durch den Gewaltakt an den schönen Reichen können sie sich befreien. Süßkow wendet ein strenges Konzept an, dessen Umsetzung im Detail dennoch immer wieder überrascht. Man sieht sich also nicht satt und nimmt für einzelne Charaktere Partei - obwohl die einzige Figur, für die Schwab sich interessiert, die Sprache selbst ist.

 

https://nachtkritik.de/nachtkritiken/deutschland/bayern/nuernberg/staatstheater-nuernberg/staatstheater-nuernberg-uebergewicht-unwichtig-unform-rieke-suesskow-findet-fuer-werner-schwabs-fordernden-theatertext-eine-stimmige-inszenatorische-form

 

Das Theatertreffen findet vom 2. bis 19. Mai 2024 statt. Der Spielplan erscheint am 5. April.


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Keine großen Sprünge im Home-Office

Nils Lofgren: Mountains

 

Nils Lofgren wurde es während der Covid-Pandemie ersichtlich langweilig: keine Tour-Aufträge von Bruce Springsteen oder von Ringo Starr. Was also lag näher, als sich 2022 ins abgesicherte Home-Studio zu setzen und an einer neuen Solo-CD zu basteln. Noch dazu wo es technisch möglich ist, sich die Freunde virtuell an Mischpult zu holen ...

 

Ausführliche CD-Kritik unter Hör.Test

 


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