Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Zu schön, um wahr zu sein?

Martin Horváth: Mein Name ist Judith

 

Dass man sich mit der literarischen Bearbeitung von jüdischen Schicksalen auf vermintes Gelände begibt, haben schon so manche Autoren feststellen müssen: Edgar Hilsenrath wagte es 1977 mit „Der Nazi & der Friseur“ eine Satire über Juden und die SS zu schreiben. Martin Walser musste sich anlässlich seines Schlüsselromans „Tod eines Kritikers“ Antisemitismus-Vorwürfe gefallen lassen. Und ganz aktuell erlebt der Bestseller-Schreiber Tarkis Würger mit seinem Porträt der jüdischen Denunziuantion Stella Goldschlag eine höchst polarisierte Rezeption. Davor muss Martin Horváth - zumindest in politischer Hinsicht - keine Angst haben, denn er befindet sich, sowohl was die Vergangenheit als auch die Gegenwart betrifft, auf der sicheren Seite ...

 

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Wohlklang und Vierklang

Venice: Jacaranda Street 

 

Das verwandtschaftlich verknüpfte Lennon-Quartett Mark, Kipp, Pat & Michael meldet sich mal wieder mit einem Bündel neuer Songs (auf ihrem - nach Expertenzählung - Album # 21), die etwas beweisen, was eingefleischte Venice-Fans schon seit Jahrzehnten wissen: dass die Band die Speerspitze des südkalifornischen Soft-Rock darstellt und mit mehrstimmigen Vokal-Arrangements Maßstäbe setzt. Diesmal könnte man fast glauben, sie wollten ein Little-River-Band-Tribute Album machen, was aber keine Kritik an mangelnder Eigenständigkeit bedeuten soll ...

 

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Ein Song kann die Welt ändern

Interview mit Graham Nash

30.4.2019

 

Wenn beim Lagerfeuer die Gitarre ausgepackt wird, kommt die Zeit für „Teach Your Children“; wenn ein verliebtes junges Paar das neue Eigenheim bezieht, streamt man zu diesem Anlass „Our House“. Und eine vernünftige Ostermarsch-Demo ist ohne „Military Madness“ eigentlich nur die Hälfte wert. Daraus kann man lernen, dass sich die hymnischen Songs von Graham Nash in das kollektive Gedächtnis einer Generation eingefräst haben. Der Engländer, der seit einiger Zeit in New York City lebt, war Teil des legendären Quartetts Crosby, Stills, Nash & Young und tritt am 30. Juli mit einem Soloprogramm im Nürnberger Serenadenhof auf. Am Telefon beantwortete er Fragen zu seiner musikalischen Geschichte und Gegenwart ...

 

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Zerrissene Stimmung des Geistes

Der Sandmann

von E. T. A. Hoffmann (in einer Fassung von Clara Weyde und Brigitte Ostermann)

 

Ach, waren das noch (gute?) Zeiten, als im Theater Bühnenstücke aufgeführt wurden, die dafür geschrieben, mit Regieanweisungen versehen und von themenbezogenen Dialogen angetrieben wurden. Doch spätestens seit Elfriede Jelineks Textflächen und den Erfolgen der szenischen Umsetzung von Bestseller-Romanen wie „Tschick“ und „Auerhaus“ wird alles Geschriebene, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist, von ambitionierten DramaturgInnen auf Bühnentauglichkeit untersucht und im Rahmen einer kreativen Textwerkstatt präsentiert.

So nun auch E.T.A. Hoffmanns „Sandmann“, eine feinsinnige, hintergründige Erzählung aus dem Jahr 1816, die das Spannungsfeld zwischen Wahn und Wirklichkeit, zwischen dunklen Mächten und menschlicher Vernunft ausleuchtet ...

 

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Russ allein in der Fremde

Russ Tolman live

 

Nach Auskunft glaubhafter Musik-Archäologen soll die Band True West im Jahr 1985 einen Auftritt in Nürnberg gehabt haben. Die Musiker aus Kalifornien galten damals als heißer Tipp, durften als Vorband von REM auf Tour gehen und wurden mit einigen anderen Combos aus der Region (Green On Red, The Long Ryders) von der Radiostation KDVS heftig gepusht sowie unter dem merkwürdigen Label „Paisley Underground“ abgeheftet. Ihre gemeinsame musikalische Ambition war eine Revitalisierung des psychedelisch angehauchten Folk-Rock der Byrds. Als Gitarrist und Songwriter von True West fungierte damals Russ Tolman, der sich aber bald selbständig machte, seitdem solo seinen Geschäften nachgeht und nun tatsächlich in der Kantine (Ersatzlocation für das Zentralcafe) auftauchte ...

 

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The Eagles do it again - but how long?

Doppeladler: die Eagles einmal live (unten) und einmal auf der Video-Wall (oben)
Doppeladler: die Eagles einmal live (unten) und einmal auf der Video-Wall (oben)

Eagles Live

 

Als Glenn Frey im Januar 2016 relativ überraschend verstarb, war für viele Beobachter klar, dass damit das Ende der Eagles, jener Band, die seit etwa 1970 auf geniale Weise die Verschmelzung von Rock und Country vorgeführt hatte, eingeläutet sei. Wenn der Tod von John Lennon zu der noch aktiven Zeit der Beatles passiert wäre, hätte auch niemand verstanden, dass die anderen drei einfach so weitermachen. Doch Don Henley, das letzte noch verbliebene Gründungsmitglied der Eagles hat sich - aus welchen Gründen auch immer - nach anfänglichen Zweifeln anders entschieden. Mit einem cleveren doppelten personellen Schachzug hält er die Erfolgsmaschinerie am Laufen: Deacon Frey (25), der Sohn von Glenn Frey übernimmt sozusagen das Vermächtnis seines Vaters, ohne dessen dominierende Rolle in der Band in irgendeiner Form ausfüllen zu können. Vince Gill allerdings ist mehr als nur ein stimmlicher Ersatz, er ist auch als Gitarrist und Songschreiber mit langer Erfahrung in der modernen Country Music ein Volltreffer für die Eagles ...

 

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