Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Altmodisch gibt's nicht

Craig Bickhardt: Home For The Harvest 

 

Craig Bickhardt hat in seiner langen Karriere schon so allerlei erlebt. Er sollte sogar zusammen mit Thom Schuyler und Fred Knobloch zu einer Country-Pop-Star-Band („SKB”) aufgeplustert werden. Doch 2006 verließ er Nashville, das er heute als „Mekka der Mittelmäßigkeit” bezeichnet, und geht seitdem unbeirrt seinen musikalischen Weg als einfühlsamer Songwriter, als hervorragender Sänger (der keinen Pitch Tuner braucht) und als virtuoser Saitenspinner ...

 

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Henning allein im Ferienhaus

Juli Zeh: Neujahr

 

Das Wort Schreibblockade kennt Juli Zeh nicht. Im Ein-Jahres-Rhythmus hat die Erfolgsautorin ihre letzten Romane veröffentlicht: auf "Unterleuten" (2016) und "Leere Herzen" (2017) folgt nun "Neujahr".

War "Unterleuten" der große Wurf eines (ost)deutschen Gesellschaftsromans und "Leere Herzen" der umstrittene Versuch einer Deutschland-Dystopie des Jahres 2025, so kehrt sie mit "Neujahr" in den Bereich der Mikrosoziologie zurück und schildert spannungsreich und bildstark ein Familiendrama der Gegenwart ...

 

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Wall Street Killer

Bret Easton Ellis: American Psycho

 

Der Roman war 1991 ein Skandal und eine Provokation, heute ist er ein zeitgeschichtliches Dokument mit noch nicht erloschener Gültigkeit. Ellis erzählt die Geschichte des sehr wohlhabenden New Yorker Investmentbankers Patrick Bateman (27). Dessen Welt besteht (zunächst) im Wesentlichen aus Designer-Klamotten, Reservierungen in angesagten Restaurants und Clubs, Ausleihe von Porno- und Gewalt-Videos, Betrachtung von Vormittags-Talkshows, Selbstoptimierung des eigenen Körpers im Fitness- und Sonnenstudio, Sex mit diversen Frauen im Luxus-Apartment, dazu heftiger Tabletten und Drogen-Konsum. Eher am Rande erfährt man auch von seiner "Arbeit" im Büro, darüber will er nicht sprechen, "weil ich sie hasse" ...

 

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Antike Drehscheibe

Die Perser

von Aischylos

(Salzburger Festspiele)

 

Xerxes hat Mist gebaut! Von persischem Boden darf nie mehr ein verlorener Krieg ausgehen! So zynisch-zeitgeistig könnte man die zentrale Botschaft von Aischylos' früher Tragödie aus dem Jahre 470 v.Chr. zusammenfassen.Doch natürlich geht es um mehr in diesem Stück, das als Warnung des (athenischen) Siegers, aber aus der Perspektive der (persischen) Verlierer geschrieben ist: es geht um die Hybris und um die Verblendung des persischen Jung-Königs Xerxes, der in seiner Eroberungswut grenzen- und gottlos wird und sich schließlich bei Salamis 480 v. Chr. von den listigen Athenern unter Themistokles in einer Seeschlacht trotz quantitativer Überlegenheit abkochen lässt ...

 

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Sechs Stunden in Hamsuns Textwüsten

Hunger

nach Knut Hamsuns Romanen "Hunger" und "Mysterien" in einer Fassung von Frank Castorf

(Salzburger Festspiele)

 

Frank Castorf, der nach dem Ende seiner Intendanz an der Freien Volksbühne Berlin über mehr Zeit verfügt, hat (wohl zusammen mit seinem Dramaturgen Carl Hegemann) ein Leseprojekt gestartet. Man studierte die beiden ersten Romane des norwegischen Autors Knut Hamsun ("Hunger" von 1890 und Mysterien" von 1892), analysierte die gefährliche Nähe, die Hamsun zum deutschen Nationalsozialismus und zu Adolf Hitler entwickelte und machte daraus einen sechsstündigen (!) Theaterabend, bei dem man freilich manchmal glaubt in einem Arthaus-Kino gelandet zu sein ...

 

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Nie mehr im Schweiße des Angesichts Brot verdienen!

Georg Büchner: Leonce und Lena

Theater aus dem KulturKammerGut

Freilichtbühne im Stadtpark Fürth

 

Aufrührerische Worte schallen in der Dunkelheit durch den Fürther Stadtpark. Irgendjemand schreit, es sei strafbar, sich krank zu arbeiten, wer im Schweiße seines Angesichts sein Brot verdiene, sei verrückt, lieber solle man sich in den Schatten legen und Makkaroni mit Melonen futtern. Doch die Polizei braucht nicht einzugreifen, denn es handelt sich (nur) um Theater: das TKKG bietet Büchners „Leonce und Lena“ auf der Freilichtbühne ...

 

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