Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Ich habe nichts zu verbergen?

Das perfekte Geheimnis

im Kino

 

„Wir hätten dieses verfickte Scheiß-Spiel nicht spielen sollen!“ heißt es am Ende dieses Films mehrmals - und damit ist bereits einiges über Inhalt und Sprachebene dieser (nun auch) deutschen Komödie gesagt. Die Vorlage ist ein italienischer Film aus dem Jahre 2016 („Perfetti Sconosciuti“), der mittlerweile schon in elf Sprachen als landestypisches Remake weitergestrickt wurde.

Sieben befreundete (?) Personen - drei Paare, ein Single - treffen sich in einer schicken Münchner Dachterrassenwohnung zu einem zunächst gemütlichen After-Work-Abendessen. Doch dann hat irgendjemand eine provokante Spiel-Idee: alle sollen ihre eingeschalteten Smartphones auf den Tisch legen und alle eingehenden Nachrichten oder Anrufe durch Lautsprechen öffentlich machen ...

 

Ausführliche Filmkritik unter Film.Kritik


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Des Widerspenstigen Zähmung

Foto: Konrad Fersterer
Foto: Konrad Fersterer

Peter Handkes "Kaspar"

im Schauspielhaus Nürnberg

 

Wer zufällig am Nachmittag im Stadion des 1. FCN eine desolate Mannschafts-Aufstellung erlebt hatte, würde gerne den Satz sprechen, den am Abend im Schauspielhaus der Findling Kaspar Hauser anfangs intoniert: „Ich möchte ein solcher werden, wie einmal ein anderer gewesen ist“. Und der andere wäre dann der historische Stadionbesucher aus dem Jahre 1968 gewesen, der eine Meister-Elf erleben durfte, der der damalige Vollzeit-Provokateur Peter Handke ein „Gedicht“ gewidmet hatte. Die wenig poetischen Verszeilen schmücken auch kurzzeitig die Feuerschutzwand der Schauspielhaus-Bühne, vor der Kaspar (Felix Mühlen mit gefährlicher Fallsucht) und seine beiden Einsager (Maximilian Pulst mit intelligenten pantomimischen Ideen und Janning Kahnert mit präziser Diktion) zum ersten Mal sehr wörtlich aufeinandertreffen ...

 

Ausführliche Theaterkritik unter Schau.Bühne


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Der Wert-Konservative mit Stil

Vince Gill: Okie

 

Dass die Country Music letztlich eine Bastion konservativer Werte ist, steht außer Frage. Selbst Tendenzen wie Outlaw Country oder Alt-Country konnten/können diesen Befund nicht widerlegen. Auch Vince Gill, der Neu-Eagle, folgt der Tradition und befasst sich auf seinem neuen Album „Okie“ nicht mit dem derzeitigen amerikanischen Präsidenten, nicht mit Honky-Tonk-Exzessen und auch nicht mit Sex, Drugs & Rock’n‘Roll. Gleichzeitig entgeht er aber weitgehend der Gefahr ein reaktionäres Weltbild zu zeichnen und sich in wenig glaubwürdigen Klischees zu erschöpfen. Dazu ist er als Musiker, Songwriter und Sänger eine Klasse für sich, ein künstlerischer Aussichtsturm im Flachland von Nashville ...

 

Ausführliche CD-Kritik unter Hör.Test


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Conchita vs. Wurst (Ringrichter: Tom Neuwirth)

Interview Tom Neuwirth

14.11.2019

 

Beim Eurovision Song Contest 2014 katapultierte sich der österreichische Travestie-Künstler Tom Neuwirth in der Rolle der Conchita Wurst wie Phönix aus der Asche ins schillernde Rampenlicht und etabliert sich seither mit leichter Jesus-Attitüde als weltweiter Friedensbotschafter und Anti-Diskriminierungs-Beauftragter des Pop. Am 23. November wird er in der Meistersingerhalle mit den Nürnberger Symphonikern unter der Leitung von Thilo Wolf ein Conchita-Konzert geben. Vorher sprach er exklusiv über Veränderungen, Lernprozesse und Welt-Bilder ...

 

Ausführliches Interview unter Hör.Test.Live



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Bandleader und Familienvater

Drew Holcomb & The Neighbors: Dragons

 

Das Motto dieses neuen Albums von Drew Holcomb findet sich etwas versteckt im Track # 3 „I‘ll never forget the way you made me feel“. Dort formuliert der in Tennessee lebende Songwriter und Bandleader ganz schlicht: „It’s not a song, it’s my life“! Richtig: in den zehn Eigenkompositionen (bei denen fünfmal gute Freunde mitgeholfen haben) erzählt Holcomb ohne jedes Pathos und ohne Klischeeverdacht von seinem Leben als ambitionierter Musiker und Familienvater, von seiner Frau Ellie, die seine wichtigste Partnerin auf der Bühne, aber auch die Mutter dreier Kinder ist, und von seinem Großvater, der ihm einige wichtige Empfehlungen mit auf den Weg gegeben hat ...

 

Ausführliche CD-Kritik unter Hör.Test


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Nach dem letzten Walzer

The Weight Band: World Gone Mad

 

Es gibt schon fast zu viele Tribute Bands auf dieser Welt, die glauben von dem Vermächtnis verflossener Künstler oder Bands profitieren zu können. Ob Janis Joplin, Queen, Dire Straits, Abba, Michael Jackson oder Pink Floyd - niemand ist sicher vor der Vermarktung durch clever kalkulierende Cover-Profis.

Ganz anders liegt allerdings der Fall bei der Weight Band. Hier haben sich seit 2013 US-Musiker zusammengefunden, die in irgendeiner Weise eine Beziehung zu der legendären „Band“ haben, die bedauern, dass Robbie Robertson, Garth Hudson, Richard Manuel, Rick Danko und Levon schon 1976 zum letzten Walzer gebeten haben und dass die drei letztgenannten schon im Rock’n’Roll-Heaven gelandet sind. Sie spielen aber auf ihrem Debüt-Album keine Dauerbrenner der Band sondern neun Eigenkompositionen, die sie als „Woodstock Sound“ titulieren ...

 

Ausführliche CD-Kritik unter Hör.Test


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