Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Rundgang und Retrospektive

Foto: Konrad Fersterer
Foto: Konrad Fersterer

Wer ist wir?

Installativer Rundgang an der Nürnberger Kongresshalle

 

Die Kongresshalle auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände ist seit langem eine Ansammlung von Steinen des Anstoßes, ein dankbares Objekt für den Streit über die richtige Erinnerungskultur. Teile des kolossalen Gebäudes werden kulturell genutzt: von den Nürnberger Symphonikern und zeitweise als Ausweichquartier des Nürnberger Sprechtheaters. 2009 inszenierte Kathrin Mädler Peter Weiss‘ Auschwitz-Oratorium „Die Ermittlung“ als bedrückenden Rundgang durch die Backstein-Flure der Kongresshalle. 2022 wird nun ein „installativer Rundgang“ in Bereichen der Außenfassade angeboten: „Wer ist wir?“ soll als eine Mischung aus Audio-Spaziergang und Stationen-Drama die Probleme zivilgesellschaftlichen Gedenkens thematisieren ...

 

Ausführlicher Bericht unter Schau.Bühne

 


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Im Faltboot nach Australien

Foto: Reitzammer
Foto: Reitzammer

Tobias Friedrich: Der Flussregenpfeifer

 

Dass man mit Speck Mäuse fangen kann, gehört zum sprichwörtlichen Allgemeinwissen. Dass man mit der abenteuerlichen Geschichte eines bislang unbekannten Herrn Speck Leser einfangen kann, will nun der Schriftsteller und Musiker Tobias Friedrich beweisen. „Der Flussregenpfeifer“ heißt sein kürzlich erschienener Debütroman, in dem er von der verrückten Reise des Hamburger Elektromeisters Oskar Speck in einem Pionier-Faltboot erzählt. Der deutsche Abenteurer, ein „stiller Mensch mit eigenem Kopf“, startete 1932 in Ulm und kam sieben Jahre später in Australien an. Das Motiv der grenzwertigen Paddel-Tour: „Je weiter ich kam, desto weiter wollte ich“.

Im Rahmen des LESEN-Festivals stellte Friedrich sein voluminöses Werk vor ...

 

Ausführlicher Bericht über die Lesung unter Lit.Live

 


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Hamlet und Rühreier

Paul McCartney: Lyrics. 1956 bis heute

 

Zum 80. Geburtstag kann man dem lieben Paul McCartney etwas abnehmen: ca. 5 Kilogramm Songs für 78,00 Euro, was nach der deutschen Handelsverordnung einen Kilopreis von 15,60 Euro ausmacht. Dafür erhält man einen wuchtigen grünen Schuber mit zwei Bänden, in denen auf knapp 900 Seiten 154 Songs von Sir Paul versammelt sind. Sie stammen aus den Jahren 1956 - 2020, also von dem Lied, das er als Vierzehnjähriger anlässlich des Todes seiner Mutter Mary geschrieben hat („I Lost My Little Girl“) bis zu den Songs seines bislang letzten Albums „McCartney III“ ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll

 


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Wechseljahre der Republik

Theater-Kabarett "Die Distel" in Fürth

28.5.2022

 

Eine erwartbare Botschaft: knapp 73 Jahre nach ihrer Geburt ist die Bundesrepublik Deutschland endgültig in den Wechseljahren. Ein Kanzler wechselt auf die Kanzlerin, die Virus-Varianten wechseln und seit Februar 2022 haben wir auch einen Zeitenwende-Wechsel. Was dagegen nicht wechselt ist das künstlerische Konzept des Berliner Theaters „Die Distel“: politisches Ensemble-Kabarett mit musikalischer Begleitung - ganz in der Tradition der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, der Berliner Stachelschweine und des Düsseldorfer Kommödchens. Mit ihrem Programm „Deutschland in den Wechseljahren“ gastierte die Distel im fast ausverkauften Fürther Stadttheater ...

 

Ausführlicher Artikel unter Klein.Kunst

 


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Treffen sich zwei Loser ...

Annika Büsings Debütroman "Nordstadt"

 

Aus dem Mathematik-Unterricht kennen wir die Formel: Minus mal Minus ist Plus. Das scheint auch das Konzept des Debütromans von Annika Büsing zu sein: zwei Loser treffen aufeinander und gewinnen am Ende (vielleicht) ein zufriedenstellendes Leben.

Nene und Boris sind zwei junge Erwachsene, auf die - wie mit einem Brennglas - soziale Härten abgeladen wurden ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll

 


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Stockmanns atomare Zettel-Wirtschaft

Foto: Konrad Fersterer
Foto: Konrad Fersterer

Der unsichtbare Reaktor (UA) ****

Projekt von Nis-Momme Stockmann und Jan-Christoph Gockel

Staatstheater Nürnberg (Schauspiel)

 

„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“ formulierte Matthias Claudius empfindsam und treffend. Postmodern weitergedacht heißt das dann bei dem Schriftsteller Nis-Momme Stockmann (geboren 1981): wenn mich das Goethe-Institut nach Japan einlädt, dann kann ich daraus ein theatralisches Reiseprojekt mit politischem Hintergrund machen. Es war 2012, ein Jahr nach dem katastrophalen atomaren GAU in Fukushima, als Stockmann sich entschied, in dieser Region mit Notizblock, Fotoapparat und Videokamera zu recherchieren ...

 

Ausführliche Theaterkritik unter Schau-Bühne

 


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