Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Gerry's Spät-Werk

Gerry Spehar: I Hold Gravity

 

 Das ist die außergewöhnliche Geschichte von Gerry Spehar, den man spay-har ausspricht, den kaum jemand kennt und der nach einer Pause von mindestens 30 Jahren plötzlich ein unerwartetes, fast sensationelles Album vorlegt. Dahinter steckt eine sehr abwechslungsreiche Lebensgeschichte, die von Colorado in die französische 68er-Revolution und dann zu einem seriösen Bankjob in Los Angeles führte. Immer wieder hat Gerry dazwischen die Gitarre in die Hand genommen und zum Beispiel mit seinem Bruder George ein lokal bekanntes Duo gegründet. In L.A. hatte er Kontakte mit George Massenburg, Greg Leisz und anderen Szene-Größen, doch der Brotberuf ließ ihm zu wenig Zeit für ein musikalisches Ganztags-Treiben. So mussten viele Songs bis zur Rente und bis zu einem ausschlaggebenden Treffen mit den Musikern von „I See Hawks In L.A.“ warten, um doch noch das Licht der Öffentlichkeit zu erreichen ...

Ausführliche CD-Kritik unter Hör.Test


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Kleinkrieg unter Leuten

Juli Zeh: Unterleuten

 

Es passiert auf der Seite 574: Frederik Wachs, einer der elf Kapitel-titelgebenden Hauptpersonen des Romans „Unterleuten“ ist mit dem Auto auf dem Weg von Berlin zurück in das kleine brandenburgische Kaff. Weil ihn ein hinterherfahrender Kastenwagen nervt, möchte er in einer scharfen Linkskurve zeigen, „wo der Hammer hängt“. Doch leider kommt in diesem Moment ein Traktor entgegen! So ähnlich hat auch Juli Zeh ihren mittlerweile vielgerühmten Roman auf den letzten etwa 150 Seiten gegen die Wand gefahren. Aus einer differenzierten Konflikt-Studie eines ostdeutschen Dorfes und seiner Bewohner wird zum Ende hin eine bluttriefende Tragödie von antiken Dimensionen, die den gesellschaftskritischen Ansatz der langen vorherigen Passsagen fast zunichtemacht ...

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll


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Die Geschichte des Siegers

"The Founder"

 

Ein Name steht für die Geschichte des nordamerikanischen Unternehmergeistes nach dem 2. Weltkrieg: McDonald. Mit einer revolutionären Imbiss-Idee wurde hier ab den 1950er Jahren ein weltweites Gastronomie-Imperium geschaffen, das als Lehrbeispiel für globalen Kapitalismus, profitorientierte Betriebswirtschaft und turbokapitalistische Marktwirtschaft gelten kann. Der Film, für den Robert D. Siegel des Drehbuch geschrieben hat, startet im kalifornischen San Bernardino wo die Gebrüder Richard und Maurice McDonald das Format des amerikanischen Diner in neue Bahnen lenkten: nur ein Gericht (Hamburger + Pommes und Milkshakes), wird ohne Wartezeit an einer Theke abgeholt, in Papier verpackt und ohne Besteck in der Nähe oder im Auto verzehrt ...

 

Ausführliche Bespreechung unter Film.Kritik


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Beziehungs-Sandkastenspiele?

Gift. Eine Ehegeschichte 

Staatstheater Nürnberg, Kammerspiele

 

Ein Ehepaar (im Stück nur „Sie und „Er“ genannt) hat nach einem Unfall sein einziges Kind verloren, dann verloren sie sich selbst und schließlich einander. Jedenfalls vollzieht der Ehemann ausgerechnet am Silvesterabend, der in das neue Millennium führt (31.12.1999), die Trennung. Er steigt in sein Auto, fährt nach Frankreich, und zehn Jahre lang bricht der Kontakt zu der Ehefrau vollkommen zusammen. Erst durch einen Brief mit einer falschen Information (angeblich soll der Leichnam des Kindes wegen der Giftverseuchung des Friedhof-Bodens umgebettet werden) arrangiert die Ehefrau ein Wiedersehen ...

 

Ausführliche Theaterkritik unter Schau.Bühne


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Der globale Cowboy

Brent Moyer: Music Tells The Truth

 

Seit gut 30 Jahren ist der in Nashville beheimatete Gitarrist und Singer/Songwriter Brent Moyer musikalisch weltweit unterwegs, sodass sein Kampfname „The Global Cowboy“ durchaus berechtigt ist. Besonders gute Freunde hat er in der Schweiz bei dem Plattenlabel Brambus Records, die nun bereits seine sechste CD (seit 1996) in ihren Katalog aufgenommen haben. Auf dem neuen Album bietet Moyer einen sympathischen, sehr entspannten Retro-Country / Folk-Sound, der in seinen besten Momenten an Jesse Winchester, Tom Rush oder Rodney Crowell erinnert ...

 

Ausführliche CD-Kritik unter Hör.Test


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Alles dreht sich!

"Pension Schöller" im Nürnberger Schauspielhaus

 

Die forsche These „Wahnsinn und Normalität - alles ein Frage der Perspektive“ lädt zu gesellschaftskritischen Reflexionen, aber auch zur Abfassung eines Schwanks für Schenkelklopfer ein. Laufs und Jacoby haben ihre „Pension Schöller“ als Zwischenwelt zwischen bürgerlichem Alltag und Irrenhaus konstruiert und damit seit der Uraufführung 1890 einen veritablen Bühnenhit gelandet.

Erfreulicherweise hat sich Bernadette Sonnenbichler für die Nürnberger Inszenierung zu einer inhaltlichen Entstaubung und zu einer kompromisslosen Modernisierung entschlossen, um dem alltäglichen Wahnsinn des 21. Jahrhunderts auf die Schliche zu kommen ...

 

Ausführliche Theaterkritik unter Schau.Bühne


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