Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Musik als Heilmittel

Amos Lee: My New Moon

 

Eines kann man von Amos Lee immer erwarten: hohe Qualität als Songwriter und als Sänger. Dass er auf seinem mittlerweile siebten Album auch als Prediger und Gesundheitsapostel auftritt und seine Musik als spirituelles Heilmittel verkauft, muss man ja nicht zwangsweise gutheißen. Die zehn perfekten Songs wurden in einem L.A.-Studio mit dem schönen Namen „Zeitgeist“ aufgenommen, und sie repräsentieren die stilistische Bandbreite dessen, was man als contemporary rock & pop bezeichnen kann ...

 

Ausführliche CD-Krtitik unter Hör.Test


0 Kommentare

Heavy Wood

Don Ross Live

Kofferfabrik Fürth (16.5.2019)

 

Wer wissen möchte, was man mit sechs Stahlsaiten und zehn Fingern alles machen kann, ist bei dem Kanadier Don Ross gut bedient. In der Kofferfabrik präsentierte der gut gelaunte und charmant plaudernde Akustik-Gitarrist ein energiegeladenes Programm von eigenen und fremden Titeln, von Instrumentals und Songs mit Stimme ...

 

Ausführliche Konzertkritik unter Hör.Test


0 Kommentare

Kunst und Kleiderhaken

Foto: Konrad Fersterer
Foto: Konrad Fersterer

Herzliches Beileid

von Georges Feydeau

 

Am Anfang scheint noch alles in bester Ordnung: Madame Yvonne steckt wohlgefüttert in ihrer Bettenburg (oder: Matratzengruft), höchst poetisch umhüllt von einem riesigen Chiffon-Vorhang. Doch dann klingelt es heftig an der Tür, draußen steht kein Feuerwehrmann (wie in Ionescos „Kahler Sängerin“), sondern der spätheimkehrende Ehemann Lucien, der leicht derangiert nach einem ausschweifenden Künstlerball um vier Uhr früh seine Wohnung ansteuert, jedoch seinen Schlüssel vergessen hat. Das Chiffon-Zelt verschwindet ansehnlich in Richtung Hinterbühne, übrig bleibt ein Schlafzimmer in einer Bühnen-Pappschachtel (arrangiert von Peter Nitzsche) als Austragungsort einer deftigen Zimmerschlacht ...

 

Ausführliche Theaterkritik unter Schau.Bühne


0 Kommentare

Der nackte Jogger am Hollywood Freeway

Ivy Pochoda: Wonder Valley

 

Wovor laufen wir weg - und wenn ja, wohin? Dies ist nicht der Titel des neuen Lebenshilfe-Bestsellers von Richard David Precht sondern das Leitmotiv von Ivy Pochodas bislang drittem Roman "Wonder Valley", der nun erstmals auch in einer deutschen Übersetzung vorliegt.

Eine skurrile Szenerie bildet den Ausgangspunkt des kunstvoll verschachtelten Thrillers: mitten im allmorgendlichen Rush-Hour-Stau auf dem Hollywood Freeway von Los Angeles dreht ein nackter Jogger seine Runde. Genervte Autofahrer beobachten den rätselhaften Läufer und sind plötzlich Puzzleteile einer komplexen Beziehungs-Geschichte, die das symbolische Weglaufen von mindestens fünf Hauptpersonen in dreißig Kapiteln mit zwei Zeitebenen verfolgt ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll


0 Kommentare

Querdenker trifft Geschmacksverstärker

Zu einem interessanten Aufeinandertreffen kam es beim Culinarcabaret in der Tiergarten-Waldschänke. Wiglaf Droste, der langjährige Satiriker und zähe Nachlassverwalter der Neuen Frankfurter Schule saß mit dem Leipziger Ralph Schüller auf der Bühne. Letzterer ist ein nostalgisches Relikt der fortgeschrittenen Singebewegung und der Liedermacher-Szene der 70er Jahre. So gab es an dem Abend Alltags-Zynismus (Fäkal-Rabatt in der Autobahn-Rastsstätte) gemischt mit hintergründiger Poesie ("Hoffentlich ein Liebesbrief"), dazu Skrei-Filet und Bio-Pute. Im Abgang noch ein gemurmeltes "Knocking On Heaven's Door" und Dessert im Gläschen.

 

https://www.ralph-schueller.de/

https://edition-tiamat.de/unsere_autoren/wiglaf-droste/

https://www.buchhandlung-jungkunz-fuerth.de/


0 Kommentare

Zufällig auf der richtigen Seite?

Hans Magnus Enzensberger: Eine Handvoll Anekdoten, auch opus incertum

 

Der mittlerweile fast 90jährige Hans Magnus Enzensberger blickt zurück auf seine Kindheit, seine Jugend und seine Zeit als junger Erwachsener - und er tut das ohne Zorn, sondern eher mit etwas altersweiser Ironie, mit gewohnt dialektischer Distanzierung und mit einem nach­denkenswerten lyrischem Fazit: „Wenn er über sich selbst schreibt / schreibt er über einen anderen. / In dem, was er schreibt, / ist er verschwunden.“

In 107 kleinen - man könnte auch sagen: kurzatmigen - Kapiteln, die er als Textsorte Anekdote deklariert, streift Enzensberger durch die Jahre 1929 bis 1955, von seiner Geburt in Nördlingen kurz nach dem New Yorker Börsenkrach am 24. Oktober 1925 bis zu seiner Germanistik-Dissertation über die Poetik von Clemens Brentano, die er 1955 an der Uni Erlangen vorlegte ...

 

Ausführliche Rezension unter Lese.Protokoll


0 Kommentare