Der CoolTourist

will Sie auf höchst subjektive Weise zu einer Reise durch partielle Welten der Kultur einladen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie u.a. aktuelle Rezensionen zu

Musik (Schwerpunkt: Americana, Folk, Country, Rock), Film, Sprechtheater und Belletristik (Schwerpunkt: deutschspr. Literatur des 20. und 21. Jh.)


Schaukelstuhl oder Ford Escape?

Sarah Jarosz: World On The Ground

 

Wimberley, ein kleines Städtchen mit rund 2600 Einwohnern, liegt etwa 60 Kilometer südwestlich von der Musik-Metropole Austin, Texas und kann immerhin drei (ehemalige) locals benennen, die in der Musik-Szene eine gewisse Berühmtheit haben: Ray Willie Hubbard, Kevin Welch und Sarah Jarosz. Letztere hat sich mittlerweile vor ihrem 30. Geburtstag nach New York abgesetzt und dort zusammen mit John Leventhal, der locker ihr Vater sein könnte, ihr fünftes Album fertiggestellt: „World On The Ground“ ist über weite Strecken ein Rückblick auf die Jahre der Jugend in Wimberley, dargestellt weniger im Ich-Modus sondern eher in anderen Charakteren, die ihr wohl seinerzeit über den Weg gelaufen sind ...

 

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Kleine Fluchten

Jesse Brewster: The Lonely Pines

 

Schon seit etwa zwanzig Jahren ist Jesse Brewster im Musik-Business, die soeben erschienene CD „The Lonely“ Pines“ ist schon seine fünfte Solo-Produktion (er startete 2005 mit „Confessional“). Doch der Bekanntheitsgrad in Europa dürfte sich noch in Grenzen halten; das soll sich jetzt - mit Hilfe seines schwedischen Publicity Managers - ändern.

Jesse Brewster lebt in der San Francisco Bay Area, hat schon ein paar private Schicksalsschläge hinter sich und präsentiert genau jene Singer/Songwriter-Musik, die man aus dieser Gegend erwartet: eingängigen Westcoast-Sound irgendwo zwischen Folk-Pop und Country-Rock, hörfreundlich und definitiv radiotauglich ...

 

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Stadt - Land - Flucht

Unterleuten - Das zerrissene Dorf

nach dem Roman von Juli Zeh

Ausstrahlung im ZDF: 9., 11. und 12. März 2020 (abrufbar in der ZDF-Mediathek)

 

Vier Jahre nach dem Erscheinen von Juli Zehs Gesellschaftsroman „Unterleuten“ hat das ZDF aus dem Buch-Bestseller einen TV-Dreiteiler (insgesamt 280 Minuten) mit prominenter Besetzung gemacht. Nur kurz zeigt sich am Anfang eine ländliche Brandenburg-Idylle mit wiegenden Getreidefeldern, blauem Postkartenhimmel und romantisch herausgeputzten Bauernhäusern, untermalt von einer meditativen Gitarren-Musik, die auch zu „Paris, Texas“ passen würde. Doch bald konkretisiert sich, was Juli Zeh und der Film beschreiben bzw. bebildern wollen: das Ende der dörflichen Solidarität und die Entwicklung zu einem Krieg aller gegen alle, an dem Thomas Hobbes seine Freude hätte, quasi ein Spiegelbild, ein Mikrokosmos der globalisierten Gesellschaft im Spätkapitalismus ...

 

Ausführliche Filmkritik unter Film.Kritik


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Geschichten, die darauf warten geschrieben zu werden

Jörg Fauser: Rohstoff

 

In einem Interview erläuterte Jörg Fauser, er könne nur über etwas schreiben, was er selbst erlebt habe. Insofern ergibt sich hier die Vorbemerkung, dass zwischen Harry Gelb, der Hauptperson dieses Romans, und dem Autor große Überschneidungen bestehen, dass man aber das Buch nicht als bloße Autobiografie lesen sollte. In seinem eher kurzen Leben (1944 - 1987) hat Fauser aber eine Menge erlebt, der Rohstoff ist also vorhanden, es stellt sich nur die Frage nach der literarischen Formung. Der Roman beschränkt sich auf die Jahre 1967 - 1973, in denen der Ich-Erzähler zahlreiche Schauplätze aufsucht (u.a. Istanbul, Berlin, Göttingen und Frankfurt) und vor allem Erfahrungen in diversen „Szenen“ sammelt: die harte Drogenszene, die politische Linke mit Kommunarden und Hausbesetzern, die Kneipen-Trinker-Szene und natürlich den Avantgarde-Underground-Literaturbetrieb ...

 

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Wie Vera entschied

David Grossman: Was Nina wusste (Roman)

 

Drei Frauen, drei Generationen, drei Schicksale und die Aufdeckung eines Familien­geheimnisses, das für alle drei eine tiefe Bedeutung hat, sind die Ingredienzien des neuen Romans von David Grossman (Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2010). Es geht um die in Kroatien aufgewachsene Jüdin Vera (geboren 1918), um ihre Tochter Nina (geboren 1945) und um ihre Enkelin Gili (geboren 1969). Daraus entsteht eine dramatische Familien-Aufstellung mit bedrückenden Schicksalsketten vor einem leider nur sehr dezent angedeuteten historischen Hintergrund ...

 

Ausführliche Rezension und Gastbeitrag (W. H.) unter Lese.Protokoll


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Ringos Botschaft aus dem Lockdown

Ringo Starr: Zoom In

 

Nun ist es also auch Ringo Starr ein bisschen langweilig geworden. Doch anders als der zweite Beatles-Überlebende Sir Paul McCartney, der sich 2020 ins Home Office einschloss und im Alleingang eine eher sperrige Solo-CD mit dem Titel „III“ erarbeitete, hat Ringo die Türen seines häuslichen Studios in Los Angeles weit geöffnet und zusammen mit vielen musikalischen Freunden aus seinem langjährigen Rock-Netzwerk - natürlich auch mit den bekannten Hygieneregeln - einen kurzen, knackigen und sehr eingängigen Fivepack produziert ...

 

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